Mit dem symbolischen Banddurchschnitt ist die Deetzer Straße in Lindau gestern wieder offiziell für den Verkehr freigegeben worden. Insgesamt 245000 Euro flossen in die Sanierung des rund 320 Meter langen Abschnitts. Neben dem Regenwasserkanal und den Borden wurde der Gehweg erneuert. Außerdem erhielt die Fahrbahn einen frischen Asphaltüberzug.

Lindau. "Wir freuen uns sehr über die sanierte Straße", erklärte Rosemarie Baseler gestern stellvertretend für die Anwohner der Deetzer Straße. Sie mussten reichlich Geduld aufbringen, bis die Maßnahme endlich umgesetzt wurde. Doch vergangenen Oktober rückten dann die Bagger an. Möglich wurde die Realisierung des Projektes nicht zuletzt durch die Initiative der Ortschaft Lindau, die für den Baulastträger, den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, in finanzielle Vorleistung ging.

"Es ging alles etwas schwieriger", erinnerte Ortsbürgermeister Helmut Seidler, dass der Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Siedlungsweg bereits 2009 mit in Angriff genommen werden sollte. Doch als sich beim Ausbau der Goethestraße zeigte, wie schlecht der Regenwasserkanal war, blieben die Arbeiten auf diese wegen der anfallenden Mehrkosten beschränkt. Zumal der Zustand des Kanals in der Deetzer Straße nicht besser war, wie die prophylaktisch durchgeführte Kamerabefahrung bewies.

Mit der Erneuerung des Regenwasserkanals begann denn auch im Herbst die Maßnahme, deren zügige Umsetzung der früh einsetzende Winter und der anhaltende Frost verhinderten. Erst Ende März konnte es weitergehen. In der vorigen Woche wurde die Fahrbahn schließlich mit einer vier Zentimeter dicken Asphaltschicht überzogen. Die Borde waren da längst neu gesetzt und auch der Gehweg präsentierte sich bereits in einer neuen herbstbunten Pflasterung.

Den Auftrag für das vom Ingenieurbüro Hoffmann geplante Projekt hatte die Strabag erhalten. Die Gesamtkosten bezifferte Helmut Seidler mit gut 245000 Euro. Über die Dorferneuerung fließen Fördermittel in Höhe von rund 50000 Euro. 122000 Euro steuert der Landkreis bei, der für die Borde und die Fahrbahn aufkommen muss. In der Summe inbegriffen ist ebenfalls ein pauschaler Zuschuss für den Regenwasserkanal. Unterdessen trägt die Ortschaft die für den Gehwegbau und die Anbindung der Zufahrten anfallenden übrigen Kosten, die später anteilig auf alle Lindauer Grundstückseigentümer umgelegt werden.

Helmut Seidler nutzte die offizielle Straßenfreigabe, um sich bei allen zu bedanken, die an der Umsetzung der Maßnahme beteiligt waren. "Im Zusammenwirken haben wir eine recht ordentliche Lösung hinbekommen", fand der Ortschef. Zugleich wies er nicht ohne Stolz darauf hin, dass nun bis auf eine Kreisstraße sämtliche Gehwege und Straßen in Lindau ausgebaut beziehungsweise saniert sind.

"In rund 15 Jahren ist enorm viel geleistet worden", bezog er sich auf die Verbesserung der gesamten Infrastruktur. Dabei ließ Helmut Seidler die Breitband-erschließung nicht unerwähnt, die in Kürze abgeschlossen sein wird und dann deutlich schnellere Internetverbindungen via Funk und Kabel ermöglicht.

Bei aller Freude über die neue Deetzer Straße äußerte Rosemarie Baseler die Befürchtung, dass die Durchfahrt jetzt eine Rennstrecke wird. "Verkehrskontrollen sind unerlässlich", meinte sie da an die Adresse der Polizei gerichtet.