Der Stadtverband der Kleingartenvereine aus Zerbst und Umgebung traf sich am Freitagabend zur erweiterten Vorstandssitzung im Gartenheim "Zukunft". Neben der Vorbereitung auf die Pflanzentauschbörse am 14. Mai war die Diskussion vom neuerdings erhobenem Abfallentgelt für Schrebergärten sowie vom Ausschluss des Kleingartenvereins "Einigkeit" dominiert.

Zerbst. Auch die Kleingärtner müssen seit Jahresbeginn Abfall in eine Restmülltonne füllen. Ende März, zur Vereinsmitgliederversammlung in der Anlage "Blume", wurde eine Unterschriftensammlung veranstaltet. Sie wird, angeheftet an ein Protestschreiben, demnächst den Anhalt-Bitterfelder Kreistag erreichen. "Wir fühlen uns doppelt abkassiert. Schließlich bezahlt ja jeder Einwohner eine vorgeschriebene Mindestmenge Müll schon über den Haushalt. Und im Garten anfallender Müll ist immer mit nach Hause genommen worden", erklärte Blume-Vorsitzender Andreas Dolch.

Auch Kurt Bergt, der Stadtverbandsvorsitzende, ist nicht glücklich über die neue Abgabe. "Aber wir mussten feststellen, dass es in anderen Landkreisen schon lange gängige Praxis ist. Und auf Landesebene hat das noch nie eine Rolle gespielt", berichtete Bergt vor den Vertretern der Mitgliedsvereine am Freitagabend im Gartenheim der Anlage "Zukunft".

"Wir vergewaltigen unsere Mitglieder immer mehr. Es dauert nicht mehr lange, und die schmeißen alles hin", schimpft der Zukunft-Vorsitzende Werner Scherz. Seine Gartenfreunde hatten beschlossen, sich dem "Blume"-Protest anzuschließen. "Wir brauchen keinen Abfallbehälter. Aber eine Biotonne wäre nicht schlecht. Doch die hat man abgelehnt."

Zugleich wurde über die unterschiedliche Behandlung der Kleingärtner im Landkreis informiert. Zwar kämen die Zerb-ster gegenüber den Köthenern oder Bitterfeldern günstiger weg, weil geringere Mengen veranschlagt wurden, "aber irgendwie ist das so nicht richtig", meinte Kurt Bergt.

Ein weiterer Punkt war die Mitgliedssparte "Einigkeit". Die aus 19 Kleingärten bestehende, am Ortsausgang Richtung Luso befindliche Anlage ist durchaus in Betrieb, doch es gibt keinen Vorstand. "Das will niemand machen. Unterm Strich haben wir schon ewig keinen Beitrag mehr bekommen, wir kommen aber für die Allgemeinkosten dieses Mitgliedsvereins mit auf. Ich schlage vor, die ,Einigkeit\' aus dem Stadtverband auszuschließen. Ich hab\' das einzelnen Kleingärtnern dort auch so gesagt, doch es fühlt sich niemand zuständig", erklärte Bergt. Sechs Anwesende waren dafür, doch neun enthielten sich. "Hmmm. Das ist wie abgelehnt." Werner Scherz regte an, jedes einzelne Mitglied in der "Einigkeit" über die Konsequenzen eines Ausschlusses zu informieren. "Vielleicht tut sich ja dann was." Dies soll Kurt Bergt nunmehr erledigen.

Ferner informierte der sehr willkommen geheißene Zerbster Bau- und Ordnungsdezernent Andreas Fischer über die Traditionsfeuer-Praxis. 350 offene Feuer seien 2010 bei der Stadt genehmigt worden. "Der Kon-trollaufwand ist immens." Um die Anzahl der "Traditionsfeuer, zu verringern die sich häufig erst nach Aufheben der Erlaubnis zum Verbrennen von Gartenabfällen Anfang 2010 etabliert hatten, wird nun mit erhöhten Genehmigungsgebühren gearbeitet. "Ein einziger Verein hat 20 Feuer beantragt. Wir wollen erreichen, dass die Feuer in den Anlagen zu einem gebündelt werden. Und dann relativieren sich auch die Genehmigungsgebühren." Ein Traditionsfeuer genehmigt zu bekommen, bedeutet eine Gebührenrechnung von aktuell 30 Euro.

Auch die für den 14. Mai auf dem Zerbster Marktplatz geplante Pflanzentauschbörse und die Teilnahme der Zerbster Kleingärtner wurde diskutiert. Hierzu informieren wie in den nächsten Tagen.