Aufregend gestaltete sich der gestrige Vormittag im Garitzer "Spatzennest". Erst läutete dichter Qualm in der Kita eine Feueralarmübung ein. Später schlüpften die Steppkes selbst in die Rolle der Brandbekämpfer. Beim Absolvieren verschiedener Stationen erfuhren sie, dass nicht nur das Löschen zu den Aufgaben der Blauröcke gehört.

Garitz. Es ist kurz vor halb Zehn, als gestern Vormittag dichter weißer Rauch aus der Küche im Hortbereich des Garitzer "Spatzennestes" dringt. "Es brennt", fordert Silke Habelmann die überraschten Ferienkinder auf, schnell das Gebäude zu verlassen. Während die Grundschüler zügig auf den Spielplatz gehen, läuft die Kita-Leiterin durch den Flur, um die Handsirene auszulösen.

Als der Alarm ertönt, schnappen sich die Erzieherinnen ihre Schützlinge. Ruhig und geordnet bringen sie die Kinder aus der Einrichtung. Innerhalb weniger Minuten füllt sich der Sammelplatz am Klettergerüst. Die Frauen zählen die anwesenden Mädchen und Jungen durch. "Es sind alle da", stellt Silke Habelmann zufrieden fest.

"Heute ist das mal eine Übung", wendet sie sich an den Nachwuchs, der staunend den abziehenden beobachtet. "Zum Glück hat es bei uns noch nie richtig gebrannt", bemerkt die Kita-Leiterin. Dennoch ist es wichtig, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, der jederzeit eintreten kann. Da das Wetter dann nicht so sonnig und trocken sein muss wie gestern, "müssen wir den Schlüssel für das Tor hier mitnehmen", zeigt Silke Habelmann auf den Durchgang im Zaun. Von dort würden sie rasch zur benachbarten Gaststätte gelangen, erläutert sie den Mädchen und Jungen.

Für diese beginnt nun das nächste Abenteuer. Dafür sorgt der Nachwuchstrupp der Ortsfeuerwehr Garitz/Bornum. Angeleitet von den Kameradinnen Sabrina Will und Doreen Winkler haben sich die Mitglieder der Kinderfeuerwehr seit Jahresbeginn mit den verschiedenen Einsatzfeldern der Blauröcke beschäftigt. Nun wollen sie ihr Wissen weitergeben und somit gleichzeitig etwas Werbung für die Löschzwerge machen.

Sechs Stationen warten auf die Kindergarten- und Hortkinder. Die ersten vier sind nach den einzelnen Jahreszeiten benannt. Maximilian Felgenträger kümmert sich da um den Winter, wenn zugefrorene Seen zum Schlittschuhlaufen einladen. Aber wie rettet man jemanden, der ins Eis eingebrochen ist? "Dann kann man eine Menschenkette bilden", erläutert der Neunjährige den Mädchen und Jungen, wie sie sich dazu auf den Bauch legen und aneinander festhalten müssen.

Im Herbst ist es oft stürmisch und Äste brechen von Bäumen. Deshalb zeigt Lucy Wöllm den anderen Kindern, wie sie das Holz mit vereinten Kräften beiseite räumen. Zupacken muss der Nachwuchs auch bei Kevin Woltzke. Der Junge entführt die Steppkes in den Frühling. Schmelzwasser lässt zu der Zeit manchen Fluss über die Ufer treten. Also erklärt er ihnen, wie Sandsäcke zu füllen sind.

Beim Durchlaufen der Jahreszeiten erfahren die Mädchen und Jungen, wie vielfältig die Aufgaben einer Feuerwehr sind und dass die Blauröcke nicht nur zum Löschen ausrücken. Obwohl das natürlich nicht fehlen darf. Lea Marie Winkler betreut die Station "Sommer", an der die Kinder mit einer Kübelspritze begeistert auf Büchsen zielen.

Neben den vier Mini-Brandschützern sind mit Franziska Winkler und Anika Wieland ebenfalls zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr im "Spatzennest". Sie weihen den Nachwuchs in die Knotenkunde ein. Die letzte Station ist die aufregendste - mit dem Löschfahrzeug dürfen die Kinder eine Runde drehen.

Bleibt abzuwarten, wem der erlebnisreiche Vormittag Lust gemacht hat, sich der Kinderfeuerwehr anzuschließen. Diese trifft sich jeden zweiten Sonnabend ab 9.30 Uhr im Garitzer Gerätehaus - das nächste Mal am 14. Mai. Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren sind jederzeit willkommen.

   

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