"Ich war die Probekönigin", sagt Jeanette Markmann schmunzelnd. Als allererste Flämingkönigin wurde sie im Jahr 2000 auf dem Fläming-Frühlingsfest in Leitzkau gekürt. Antje Rohm sprach für die Volksstimme mit der damaligen Studentin der Tourismuswirtschaft und heutigen Gästeführerin, die mit ihrer Familie in Nutha bei Zerbst zu Hause ist.

Volksstimme: Wie kamen Sie damals zum Fläming und zum Königinnen-Amt?

Jeanette Markmann: Als die Idee einer Flämingkönigin geboren war und es die Ausschreibung gab, habe ich mich, auch auf damalige Anregung von Johanna Lüdecke aus der Kreisverwaltung Anhalt-Zerbst, beworben. Wir waren, glaube ich, insgesamt sieben Kandidatinnen. Die Jury war sich letztlich einig, dass ich es werden sollte. Und so bin ich bis heute am Fläming "kleben geblieben".

Volksstimme: Was macht den Reiz des Flämings für Sie aus?

Markmann: Er lässt mich nicht mehr los. Es ist meine Heimatregion. Ich bin hier zu Hause. Darüber hinaus ist da diese Vielfalt. Egal, ob man - nur als Beispiel - die Mühlen nimmt, die Burgen oder ob man einfach nur mal zwei Stunden durch den Wald geht, ohne jemanden zu begegnen, um sich selbst zu entschleunigen. Man kann sich wirklich überall so ein Stückweit wie im eigenen Wohnzimmer fühlen. Imposant ist auch, wie sich die Reiseregion in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Volksstimme: Können Sie ein Beispiel nennen?

Markmann: Ich war 2001 dabei, als das erste Teilstück des Fläming-Skate in Betrieb genommen wurde. Jetzt gibt es bereits über 200 Kilometer mit allem Drum und Dran. Manche Dörfer wurden zum Beispiel regelrecht wieder zum Leben erweckt. Das ist enorm, ist schon eine einzigartige Entwicklung.

Volksstimme: In den vergangenen Jahren wurde es scheinbar immer schwieriger, Kandidatinnen für ihre Nachfolge zu finden. Wie sehen sie diese Entwicklung?

Markmann: Ja, es ist offensichtlich schwierig, junge Frauen zu motivieren, sich für diese Aufgabe zu begeistern. Die Flämingkönigin ist immerhin eine offizielle Repräsentantin für die Reiseregion. Es ist wichtig, den Fläming nach außen zu vertreten. Das haben auch viele meiner Nachfolgerinnen gemacht oder machen es noch. Nur, wenn wir das tun, die Heimat in dieser Weise vertreten, können wir etwas bewegen. Dazu gehört, dass auch ein gutes Stück Begeisterung mit im Spiel ist. Wir müssen gucken, in welche Richtung sich das entwickelt. Meine Intention war und ist es immer, dass Gäste in die Region kommen. Dazu soll es unter anderem auch im kommenden Jahr wieder eine Flämingkönigin geben. Und ich bin da auch schon ein bisschen mit dran, eine zu finden ...

Volksstimme: Jetzt steht zunächst das 15. Fläming-Frühlingsfest in Magdeburgerforth an. Sie werden vor Ort sein?

Markmann: In jedem Fall. Ich freue mich schon darauf. Meine siebenjährige Tochter Lotta läuft auch schon in der Flämingtracht herum und wird in jedem Fall auch mit am Festumzug teilnehmen. Vielleicht wird sie im Jahr 2022 ja auch eine Flämingkönigin ... In ganz besonderer Weise freue ich mich übrigens auch schon auf den Deutschen Wandertag 2012. Der findet dann vom 20. bis 25. Juni ebenfalls im Fläming statt.