Eine kleine, aber interessierte Runde begrüßt Elke Richter von der Zerbster Tourist-Information am Sonnabendnachmittag zur ersten öffentlichen Stadtführung dieses Jahres in Zerbst. Der Reigen der Führungen durch die Stadt hat aber längst begonnen - und Interessenten bekommen die Angebote in neuer Form ganz kompakt in die Hand.

Zerbst. "Wir beginnen auf dem Markt mit einer allgemeinen Einführung, mit Roland und Butterjungfer. Der Weg führt dann über das ehemalige Augustinerkloster Am Plan und die Stadtmaueranlagen in den Schlossgarten mit Katharinadenkmal, Stadthalle und Schloss Zerbst von außen zur Schloßfreiheit. Über die Alte Brücke geht es zurück zum Markt. Abschluss ist die Besteigung der Türme der Nicolaikirche." Damit beschreibt Elke Richter die Tour der öffentlichen Stadtführung. Die Mitarbeiterin der Zerbster Tourist-Information ist die Begleiterin der Gäste bei der ersten dieser Führungen 2011.

Besonders diese Turmbesteigung war für Frieder Tuma, der seit 1964 in Zerbst wohnt, Anlass, an der Stadtführung teilzunehmen. "Ich war noch nie da oben und die Sicht ist heute ja besonders gut", erzählt er. Mit dabei ist sein Enkel Philipp Gerschel (9) aus Pirna. "Wenn wir mal wieder in Pirna sind, werden wir auch den Turm der dortigen Marienkirche besteignen", verspricht der Opa.

Die Familien Jahr und Ladwig aus Muldenstein bei Bitterfeld hat Dr. Ulrike Jahr nach Zerbst "gebracht". Ehemann Dr. Stefan Jahr erzählt: "Meine Frau arbeitet einmal pro Woche in einer zahnärztlichen Praxis in Zerbst. Sie hat selbst noch nicht allzu viel von Zerbst gesehen, aber von der Stadt geschwärmt." Ihre Eltern, Helmut und Christine Ladwig, hat sie auch gleich zum Zerbst-Besuch animiert. Helmut Ladwig, ehemaliger Leiter des Bitterfelder Gymnasiums, kennt Zerbst auch nur von einer Dienstberatung im Zerbster Francisceum: "Da war noch Dr. Schmaling da". Mit im Kinderwagen dabei sind auf der österlichen Zerbst-Stippvisite Gregor und Victor Jahr.

Es war die erste öffentliche Stadtführung, aber "wir waren auch in den zurückliegenden Wochen schon fleißig am Arbeiten", sagt Viola Tiepelmann, Leiterin der Zerbster Tourist-Information. So waren zum Beispiel die Internationalen Fasch-Festtage bereits ein erster Führungsschwerpunkt. Ein nächster werden unter anderem die Schulfesttage am Francisceum sein. "Aber auch sonst haben wir schon viele Vorbuchungen", verweist Viola Tiepelmann etwa auch auf Reiseveranstalter, die auf Tourismusmessen auf Zerbst neugierig werden, aber ganz genauso auf Anfragen zu Klassen- oder Vereinstreffen, Familienfeiern...

Mit ihren Mitstreiterinnen Petra Metzler, Elke Richter und Regina Ritter in der Tourist-Information sowie dem gewachsenen Team der Stadtführerinnen ist sie für alle Interessenten da und offen.

Orientierungshilfe, was alles machbar ist, bietet dabei das zur diesjährigen Zerbster Tourismussaison erschienene neue Heftchen "Stadtführungen und viel mehr erleben... - in Zerbst/Anhalt und den schönen Ortsteilen".

"Damit wollen wir die Bandbreite aufzeigen, die möglich ist", erklärt Viola Tiepelmann zur "im offenen und freundlichen Einvernehmen mit allen Partnern" entstandenen Publikation. Sie soll in kurzer, knapper Form die einzelnen Angebote vorstellen, deutlich machen, was die Gäste bei den jeweiligen Führungen erwartet, Wenn sie sich auf die Spuren Katharinas der Großen in Zerbst begeben zum Beispiel oder in die Geschichte der ersten reformierten Stadt Anhalts, auf Entdeckertour durch den Schlossgarten, in die Faszination des Kornspeichers Buhlendorf oder zu einem "Besuch bei Ottilie" in Steutz. Im neuen Angebot ist auch eine Führung, die speziell Kinder in die "Geheimnisse hinter uralten Mauern" entführt.

Zu allen Führungen können sich die Interessenten direkt an die Tourist-Information wenden oder an die jeweils angegebenen Kontakte vor Ort, wo es die Heftchen auch gibt. Die Broschüre enthält Anregungen, aber keine Dogmen. "Es muss nicht alles hundertprozentig so gebucht werden. Für alle Fragen und Wünsche sind wir offen. Vieles ist möglich", betont die Touristikerin.

Mit dem genehmigten städtischen Haushalt, ergänzt sie, wird auch der beliebte Pros-pekt "Rundgang durch Zerbst" neu in den Druck gehen und dann wieder verfügbar sein. "Er wird sehr gern von den Zerbstern genutzt, die mit ihrem Besuch durch die Stadt gehen."

Wer es lieber geführt mag, der kann die jeweils am zweiten Sonnabend im Monat stattfindenden öffentlichen Stadtführungen nutzen. Sie starten jetzt jeweils am Markt, wo die Tourist-Information seit dem Herbst vergangenen Jahres ihren Sitz hat. Nach wie vor sehr zur Freude des Tourist-Info-Teams. Viola Tiepelmann: "Es ist ein wunderbares Arbeiten hier. Und auch die Gäste kommen ohne Abstriche und freuen sich über den schönen Empfang."

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