Unter drei großen Holzkreuzen begann am frühen Ostermontag der Gottesdienst in der Trübener Kirche. Der Gottesdienst ist nicht nur Anlass zur Besinnung, sondern auch der erste Schritt für eine Themenkirche, die das Trübener Haus wieder zu einem gemeinschaftlichen Ort werden lassen soll.

Trüben. Sie sind beeindruckend, die großen Holzkreuze auf dem Gelände der Trübener Kirche, aufgestellt hinter den Gräbern des Friedhofes. Unter dem Symbol, das für das Leiden des Jesus Christus steht, versammelte Pfarrer Albrecht Lindemann gestern bereits um 7 Uhr die Besucher des Gottesdienstes. Seiner Einladung waren nicht nur Trübener, sondern auch Menschen aus Garitz, Zerbst und Bornum gefolgt.

Wie kann das gehen, ein solches Symbol gleich neben einer Kirche, die doch Osterkirche sein soll?, fragte Pfarrer Lindemann in seiner Predigt. Oftmals werde doch Ostern mit bunten Eiern und dem Osterhasen in Verbindung gebracht. Wer braucht da schon ein Kreuz, das an Leiden und Qualen erinnert? Eine Hinrichtungsstätte an einer Kirche also? Wohl nicht. Denn zum Osterfest der Christen gehört nicht nur die Kreuzigung Jesu, sondern auch dessen Auferstehung. Daraus schöpfen gläubige Menschen ihre Hoffnung und ihre Kraft.

Die Trübener Kirche soll zu einer Osterkirche werden, die sich den Ereignissen von Gründonnerstag bis Ostermontag widmet. Ein Lehrpfad soll dort entstehen, der die Geschichte vermittelt und erlebbar werden lässt. "Wir wollen so unsere Kirche auch wieder lebendiger werden lassen", erklärt Gemeindekirchenrätin Andrea Rongelraths-Ganzer.

Leider werde die Kirche sonst nicht wirklich besucht. Gottesdienste gibt es nur noch im Advent. "Dabei ist diese Kirche eine der ältesten dieser Gegend. Sie wieder zu einem Ort der Begegnung werden zu lassen, ist unser großes Anliegen." Die Osterandachten waren ein erster Schritt. Vor einigen Jahren hatte die kleine Gemeinde damit begonnen. "Mittlerweile kommen die Leute gern, manchmal sogar noch eine Stunde früher", erklärt die Gemeindekirchenrätin weiter.

Die großen Holzkreuze wurden bereits am Donnerstagabend von Trübener Einwohnern errichtet. Es ist die erste Station von zehn weiteren, die auf dem Gelände angelegt werden sollen. Abendmahl,wie auch Auferstehung sollen in den nächsten Jahren ebenfalls symbolisch dargestellt werden. Tafeln und Bilder sollen informieren.

Als nächster Schritt sind Sanierungsarbeiten im Inneren der Feldsteinkirche geplant. Die Weinberg-Gemeinde, zu der die Ortschaften Trüben, Polenzko, Kleinleitzkau und Garitz gehören, hofft auf die Bewilligung einer ABM-Stelle, um die nötige Personalkraft einstellen zu können.

Jahr für Jahr soll sich das Projekt Themenkirche ent- wickeln. Pfarrer Lindemann drückte es mit guten Hoffnungen aus. Die Kirche soll zu einem Ort werden, an dem Menschen sich wieder treffen können, ihre Last ablegen und wieder Hoffnung finden können.

Nach dem Gottesdienst blieben die Besucher zusammen, um gemeinsam zu frühstücken, mit Gästen aus der Umgebung zu erzählen, sich auszutauschen. Auch das gehört seit einigen Jahren zum Osterfest in Trüben.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor unter der Leitung von Steffen Bischof und Claudia Bruchmüller an der Gitarre.

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