Der Streit um die Denkmalrahmenkonzeption für den Zerbster Schloßgarten geht in die nächste Runde. Am Mittwoch blieb offen, ob das Schloss in das "barocke Ensemble von Gebäuden oder -resten" hineingehört oder separat zu betrachten sei.

Zerbst. Anträge über Anträge zum Denkmalrahmenplan. Die SPD hatte im Nachgang zum verhinderten Douglasien-Fällen den Denkmalrahmenplan aussetzen und neu verhandeln wollen. Dem folgte nun ein Änderungsantrag der Freien Fraktion Zerbst, laut welchem der Plan ergänzt werden soll. Er zielt auf das "barocke Ensemble der im Schloßpark vorhandenen Gebäude bzw. Gebäudereste" ab. Schwerpunkt soll sein, eine Instandsetzungs- und Nutzungskonzeption für den Ostflügel des Schlosses zu erarbeiten. Auch zum Marstallareal soll eine Konzeption erarbeitet werden.

Dazu wiederum trug Stadtrat Detlef Friedrich für die CDU-Fraktion am Mittwochabend einen weiteren Änderungsantrag vor. Darin wird der Schloß-Ostflügel ausdrücklich ausgenommen, die weiteren Intentionen der anderen Fraktionsanträge begrüßt. Friedrich betonte, man dürfe keinesfalls ohne den Schlossverein über die Entwicklung des Ostflügels beraten. Es sei an der Zeit, die vielen ehrenamtlichen Leistungen, die durch den Verein in die Ruine geflossen seien, im Stadtrat lobend zu erwähnen und den rührigen Verein durch einen Besuch des gesam-ten Stadtrates zu ehren.

Daraufhin erklärte Stadtrat Helmut Seidler (FFZ), der Ostflügel müsse unbedingt mit beleuchtet werden. Bereits im Februar 2010 hatten maßgebliche Landesvertreter hinsichtlich künftiger Schloßgarten-Förderfähigkeit betont, dass die Entwicklung und Gestaltung des Schlosses dafür entscheidendes Kriterium wären. "Ich bitte um Zustimmung in Gänze."

SPD-Fraktionsvorsitzende Silke Hövelmann erklärte, man wolle sich dem CDU-Antrag anschließen, zuvor jedoch Informationen erhalten, wer die Konzeption wohl erstellen werde und wer die Kosten dafür trägt.

Bürgermeister Helmut Behrendt (FDP) räusperte sich an dieser Stelle zu einem seiner eher seltenen Diskussionsbeiträge. "Wir sollten ohne den Förderverein Schloss Zerbst nichts beschließen." Man könne Marstall, Orangerie, Teehäuschen unter die Lupe nehmen, "aber mit dem Schloß sollten wir vorsichtig sein".

Daraufhin forderte Elard Schmidt (FFZ), den Schloßverein wie jeden anderen zu behandeln. "Der Stadtrat gibt 2010 10 000 Euro in den Verein, und wir sollen nicht mitreden, was dort geschieht? Das Schloß ist Eigentum der Stadt. Ich schlage vor, im Fachausschuss über dieses Thema nochmals zu diskutieren." Die Stadträte Dietrich Franke (SPD) und Steffen Grey (FDP) argumentierten ähnlich. "Uns läuft nichts weg", so Grey. Helmut Seidler war noch wichtig, zu erklären, dass "keine der bisherigen und keine der künftigen Maßnahmen im Schloßgarten ohne vorherige Absprache mit dem Schloßverein erfolgt" sei, ehe das Thema tatsächlich zur Beratung in die Fachausschüsse zurückverwiesen wurde.