Der Unterhaltungsverband Nuthe/Rossel hat im Bereich Bias/Steutz/Leps die alljährliche Grabenschau durchgeführt. Bei der Besichtigung der Gewässer II. Ordnung fielen den Teilnehmern wiederholt abgerutschte Böschungen auf. Sämtliche festgestellten Schäden wurden protokolliert und werden nun nach Dringlichkeit abgearbeitet.

Bias/Steutz/Leps. "Am Ende ist Wasser in den Kellern", sagt Manfred Hönl. Denkt der Biaser Ortsbürgermeister an die Funder, die hinterm Dorf vorbeifließt, hat er stets die abgerutschte Böschung vor Augen. "50 Prozent liegt in der Funder drin", schätzt er. Bereits auf der Ratssitzung im März hat er die Versandung des Flüsschens angesprochen. Nun nutzt Manfred Hönl die Gewässerschau, um den zuständigen Unterhaltungsverband Nuthe/Rossel direkt auf das Problem hinzuweisen.

Aufmerksam hört ihm Birgit Bernstein zu. Kurz darauf macht sich die Geschäftsführerin ein persönliches Bild von der Situation. "Dort, wo Bäume stehen, hält die Böschung", bemerkt Bernd Alarich, Vorarbeiter beim Nuthe/Rossel-Verband. Dort, wo sie abgebrochen ist, schlägt er vor, Faschinen zu setzen. "Das wird dieses Jahr mit gemacht", verspricht Birgit Bernstein. Wann genau lässt sie offen.

"Wir haben nur sieben Leute", gibt die Geschäftsführerin zu bedenken, dass nicht alles auf einmal erledigt werden kann. Immerhin erstreckt sich das Verbandsgebiet teilweise über die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und Jerichower Land sowie die Doppelstadt Dessau-Roßlau. Eine Fläche von fast 90000 Hektar mit gut 1000 Kilometer Wasserläufen sind zu betreuen. "Wir müssen Prioritäten setzen", bittet sie um Verständnis, dass nicht alle Dinge umgehend in Angriff genommen werden können. Wenn doch mehr gemacht werden soll, müssten weitere Arbeitskräfte eingestellt werden und das kostet, erklärt Birgit Bernstein mit Blick auf die Höhe der Gewässerumlage.

Ob es auch möglich sei, etwas in Eigenleistung zu machen, erkundigt sich das Biaser Ratsmitglied Steffen Schmidt. "Es kommt drauf an was", entgegnet Birgit Bernstein. Zugleich betont sie, dass grundsätzlich immer eine Absprache mit dem Unterhaltungsverband zu erfolgen habe. "Einfach anrufen", fordert die Geschäftsführerin auf. Wer Hinweise oder Probleme hat, soll einfach durchklingeln und sein Anliegen vortragen.

Eine Möglichkeit bieten da ebenfalls die alljährlich durchgeführten Gewässerschauen, an denen jeder Bürger teilnehmen kann. Diese haben den Vorteil, angesprochene Abflusshindernisse oder Böschungsschäden sofort in Augenschein zu nehmen, über Lösungen zu diskutieren und Festlegungen zu treffen. Manchmal zeigt sich aber auch, dass der Unterhaltungsverband nicht in jedem Fall der richtige Adressat ist.

So erwähnt Helmut Bergt die Wasserreservestelle für die Feuerwehr Leps, die völlig verschlammt sei. "Das ist eine Anlage, da müssen wir gucken, wer es macht", wendet sich Birgit Bernstein an den Schaubeauftragten der Ortschaft Leps. Für die Ortschaft Steutz hat diese Funktion Horst Metzker übernommen. Er berichtet, dass im Steckbyer Rohrgraben Bäume liegen. "Wer ist für die toten Bäume zuständig?", will er wissen. Fallen die Bäume in den Graben und behindern den Abfluss, seien sie Sache der Unterhaltung, erläutert Birgit Bernstein. Sonst sei der Eigentümer verantwortlich.

Auf ein anderes Beispiel stoßen die Teilnehmer der Gewässerschau an der alten Funder. Überall dort, wo die Drainagerohre austreten, ist die Böschung abgerutscht. "Die Drainagen sind wieder ordentlich einzubinden", erläutert Birgit Bernstein. Kümmern muss sich darum derjenige, dem die Flächen gehören oder der Landwirt, der sie nutzt.

Am Siebgraben bei Steutz wiederum ist die Böschung beschädigt, weil zu dicht herangepflügt wurde. "Es ist schwierig, da wieder Halt reinzukriegen", beschreibt Birgit Bernstein den hohen Aufwand, der dafür notwendig sei. Sie appelliert deshalb an alle Landwirte, beim Pflügen einen entsprechenden Abstand zur Grabenböschung einzuhalten. Die abgerutschte Erde samt Bewuchs setzt sonst wie hier den Graben zu, was verstärkte Grundräumungen erforderlich macht.

In der Ortslage Steutz gibt es mit dem Siebgraben an einem Durchlass ebenfalls Probleme. So hinderte angesammelter Unrat das Wasser am Abfluss. Zweimal innerhalb kurzer Zeit hat der Verband an der Stelle bereits gespült. Nun soll ein Gitter vor dem Rohr angebracht werden, damit kein Material eindringen kann. Zu klären ist außerdem, was für eine Leitung den Durchlass quert.

Alle Schäden, die im Zusammenhang mit den enormen Niederschlagsmengen stehen oder Folgen des erhöhten Grundwasserspiegels sind, "werden wir auflisten und der regionalen Arbeitsgruppe weiter melden", bemerkt Birgit Bernstein. Die Arbeitsgruppen waren zu Jahresbeginn aufgrund der landesweit aufgetretenen Vernässungsprobleme eingesetzt worden, um letztlich regional spezifische Lösungsansätze zu finden.

 

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