Zum dritten Mal organisiert der Radegaster Lothar Pfeiffer die Podiumsdiskussion "Klartext". Jede dieser Veranstaltungen wurde vom regionalen Fernsehen RBW ausgestrahlt. Am Mittwoch-abend von 18 bis 20 Uhr wird zum ersten Mal in Zerbst diskutiert mit Gästen wie Ex-Innenminister Holger Hövelmann und Justizministerin Angela Kolb. Was Lothar Pfeiffer zu "Klartext" bewegt hat und das ein Nein ihn noch mehr anfeuert, erzählte er Volksstimme-Volontärin Arlette Krickau.

Volksstimme: Zum dritten Mal organisieren sie die Podiumsdiskussion "Klartext". Was brachte sie auf die Idee?

Lothar Pfeiffer: Als ich nicht mehr im Berufsleben stand, brauchte ich andere geistige Betätigung. Und da ich der Meinung bin, dass Problemthemen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen, war die Grundidee, auch in Verbindung mit einer Fernsehausstrahlung schnell geboren.

Volksstimme: Aber so etwas auf die Beine zu stellen verlangt eine Menge Motivation. Woher nehmen Sie die?

Lothar Pfeiffer: Beim ersten mal erzählte ich die Idee einem Schulleiter in Köthen. Der fand sie gut, hatte aber Zweifel. Das war wie Kohlen ins Feuer werfen - dann wollte ich es erst recht. Seit der ersten Stunde bis heute motiviert mich aber vor allem die Freude, die ich dabei habe und das Gefühl auch etwas Gutes dabei für andere zu tun.

Volksstimme: Welche Themen wurden bisher bei Klartext diskutiert?

Lothar Pfeiffer: Das erste Thema war Gewaltprävention, das zweite hieß "Acht Jahre gymnasiale Bildung - wo, wann, wie geht es weiter?" und jetzt steht als Thema Suchtprävention. Ich möchte, dass sich Schul- und Jugendthemen abwechseln.

Volksstimme: Pro Jahr finden zwei Diskussionsrunden statt. Steht auch schon das Thema für "Klartext" Nummer vier?

Lothar Pfeiffer: Ja. Bisher gibt es einen Arbeitstitel, der lautet "Lehrer sind auch Menschen", auch hierfür habe ich schon hochkarätige Gäste im Blick - wie Mitglieder des Bundestages.

Volksstimme: Sie sind zwar arbeitssuchend, aber beschäftigt sind sie trotzdem jeden Tag, oder?

Lothar Pfeiffer: Auf jeden Fall. Ich engagiere mich in meinen Ehrenämtern. 2007 musste ich meine Selbständigkeit im IT-Bereich aufgeben, da war ich bereits ehrenamtlich als Schöffe tätig. Das mache ich seit 14 Jahren, mittlerweile bin ich Landesbeauftragter für Sachsen-Anhalt bei der Vereinigung der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter Mitteldeutschlands. Zur Zeit bin ich auch Kreiselternratsvorsitzender und Mitglied im Landeselternrat. Aber unabhängig von diesen Ehrenämtern initiiere ich "Klartext".

Volksstimme: Aber ein Format wie Klartext kann doch nicht nur durch Engagement auf die Beine gestellt werden. Wie finanziert sich das Projekt?

Lothar Pfeiffer: Für Bühnengestaltung, Licht und Tontechnik müssen jedes Mal aufs Neue Gelder aufgebracht werden. Dafür versuche ich immer Sponsoren zu finden. Aber es wäre schön, wenn ich einen dauerhaften Sponsor finden würde für die 200 bis 400 Euro, die anfallen.

Volksstimme: Hat denn die Sendung Erfolg?

Lothar Pfeiffer: Ich sage Ja. Gemessen an den Fragen, die uns für die Sendung erreichen, hat er sich sogar verdoppelt. Waren es in der ersten Sendung 42 Fragen, die uns erreichten, sind wir bei der aktuellen Sendung schon bei über 100 Einsendungen.