"Wildfang" heißt das neue Projekt, das der Deetzer Coyote-Verein in Kooperation mit der BUND-Jugend in diesem Jahr durchführt. Es beinhaltet verschiedene Angebote für Jung und Alt, bei denen es um unterschiedliche Erfahrungen in und mit der Natur geht. Die Palette reicht von Abenteuer-Wochenenden für Kinder über eine Einführung in die Kräuterküche bis hin zum Gestalten vergänglicher Kunstwerke.

Deetz. In die Natur einzutauchen, sie mit allen Sinnen zu erleben - dazu sollen die verschiedenen Wildfang-Angebote anregen. "Wir möchten mit den Kindern rausgehen, mit ihnen im Freien übernachten und die Natur entdecken", beschreibt es Sören Heise an einem Beispiel. Der Sozialpädagoge ist Mitglied im Coyote e.V., der das Projekt ins Leben gerufen hat. Unterstützung, nicht zuletzt finanzielle, erhält der Verein dabei vom Jugendverband des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland).

Die Kooperation mündet unter anderem eben in den erlebnisreichen Wildnis-Wochenenden für Jungen und Mädchen. Die jungen Abenteurer werden lernen, wie man Feuer macht und Spuren liest. Sie kochen gemeinsam und gehen im See baden. Ihnen soll vermittelt werden, dass der Mensch ursprünglich in der Natur zu Hause ist. "Wir wollen ihnen eine kleine Idee davon geben, was das heißt", erklärt Uta Eggerstedt lächelnd. Die Gärtnerin und Kräuterfachfrau des Coyote-Vereins erzählt in dem Zusammenhang von der Kräutergruppe, die sich alle zwei Wochen trifft. Kinder aus Deetz sind hier begeistert dabei. Zusammen tauchen sie in die vielfältige Welt der essbaren Wildkräuter ein. Die lehrreiche Erfahrung können auch Erwachsene machen, wenn Interessenten Mitte Mai im Rahmen des Projektes in die Wildkräuter-Küche eingeführt werden. Aus zuvor gesammelten Pflanzen sollen Salat, Pesto und andere schmackhafte Dinge für ein Menü zubereitet werden.

Ein tolles Erlebnis verspricht auch der Familien-Wildnistag zu werden, der an Himmelfahrt stattfindet. Workshops, bei denen es um die Geheimnisse des Medizinrades oder das Hüttenbauen geht, erwarten die Teilnehmer. Unterdessen steht das dritte Wochenende im Oktober im Zeichen der Erkundung der Natur auf kreativer Ebene. Mit Steinen, Ästen, Blättern, Erde und Wasser sollen Kunstwerke entstehen, die am Ende der Vergänglichkeit überlassen werden.

Darüber hinaus lädt das Projekt zu Initiationen ein. "Gerade für Jugendliche ist der Übergang zum Erwachsensein etwas Besonderes", sagt Sören Heise. Bei diesem wichtigen Lebensschritt soll die "Tiefenzeit" helfen. Es handelt sich dabei um ein Ritual für Jungen, das sie für vier Tage in die Natur entführt. Eine Nacht verbringen die Teilnehmer allein und fastend. Sie sollen herausfinden, welche Träume und Ziele sie für die Zukunft haben. "Die Eltern sind in den Prozess eingebunden", bemerkt er.

www.coyote-deetz.de