Zwei Brände auf dem Gelände der Ganztagsschule Ciervisti haben ihre Spuren hinterlassen. Schüler und Lehrer sind erschrocken, die Polizei reagiert mit Streifen.

Zerbst. Eine kahle sandige Stelle ist nur noch auf dem Schulhof zu sehen, wo einst das Gartenhäuschen mit den Spielsachen drin stand. Ein Blick in den Öko-Garten lässt noch mehr erahnen, was passiert ist: Lediglich ein Steinfundament mit ein paar Stufen ragt noch aus dem schwarzen Boden, ringsum nur verbrannte Erde, angekohlte Äste an den Bäumen und Sträuchern, verschmorte Eimerüberreste und Scherben.

In den Osterferien waren beide Holzhäuschen in Brand aufgegangen. Die Feuerwehr rückte jeweils aus. Jetzt nach den Ferien sehen Schüler und Lehrer zum ersten Mal den Schaden. "Ich war ganz schön erschrocken, als ich zum ersten Mal nach dem Brand den Garten betrat. Vorher war alles hier grün gewesen, das ist jetzt alles weg", erzählt Tino Heerlein aus der siebenten Klasse. Der Junge ist Mitglied im Ganztagsangebot Öko-Garten und arbeitet mit in dem ansonsten grünen Gelände. Gestern schnitt er die verkohlten Büsche zurück. Auch Sarah Borchert ist beim Projekt Öko-Garten. "Das Gefühl, unseren Schuppen so niedergebrannt zu sehen, ist komisch, ich frage mich, wer so etwas macht", sagt die Fünftklässlerin.

Die Frage stellt sich auch Marietta Klüdtke, Lehrerin und Leiterin des Projektes. Sie hatte schon viel mit den Kindern geschafft. Alles war bepflanzt, ein Insektenhotel hatten sie gebaut, was grade jetzt im Frühling bevölkert wird. Die Hausmeister hatten die Laube über Winter und Frühjahr aufgearbeitet - das Dach erneuert und die Wände gestrichen, die Schüler den Geräteschuppen gerade richtig eingeräumt. Aber sie sieht optimistisch in die Zukunft: "Wir werden jetzt alles beschneiden, umgraben und dann denke ich, wird es wieder grün", sagt sie. Die Hausmeister haben bereits alle verbrannten Balken und Glas entsorgt. Die Schüler harken Reste zusammen, beschneiden und suchen verbrannte Überreste.

Auch ein neuer Geräteschuppen soll kommen. "Da müssen wir aber erst den Bescheid der Versicherung abwarten", räumt Birgit Kleinecke, Leiterin des Ganztagsbereiches ein. Wünschen würden sie sich einen gemauerten Schuppen, der nicht so feueranfällig ist, aber vermutlich auch zu teuer. "Vielleicht finden wir ja Eltern, die ihre Arbeitskraft für uns einsetzen würden und welche, die uns mit Baumaterialien unterstützen könnten", sucht Birgit Kleinecke nach Unterstützung.

Denn das so etwas wieder passiert, ist nicht auszuschließen. "Abends und an den Wochenenden, wenn das Schulgelände verlassen ist, treffen sich oft Jugendliche hier. Und am Montag in der Früh finden wir öfter Schäden auf", berichtet sie. Wandschmierereien, Scherben und diese Woche auch kaputtgebrochene Sitzbänke zählen dazu. Die einzigen Präventionsmaßnahmen, die die Schule von sich aus machen kann, ist das Pflanzen von Sträuchern. "Wir werden wieder Feuerdorn rings um unseren Garten setzen. Der entwickelt sich immer zu einer dichten und sehr pieksenden Hecke", beschreibt Marietta Klüdtke das Vorhaben.

Zur Prävention steuert aber auch die Polizei bei. Polizeisprecher Michael Däumich versichert: "Wenn die Polizei von solchen Vorkommnissen weiß, werden auch Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehören unregelmäßige Streifen zu Schwerpunktzeiten, extra Streifen auch in Zivil können ebenfalls dazu kommen."

 

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