Zerbst. ", Die oder nie !‘, habe ich damals vor über 50 Jahren gesagt", meinte Wilfried Zischner, als er das erste Mal auf Edelgard aufmerksam wurde. Und so kam es auch. Bis heute hält sich das goldene Hochzeitspaar die Treue und so soll es auch weiterhin bleiben, sind sie sich einig. Am vergangenen Wochenende begingen sie im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder ihr großes Jubiläum.

Natürlich hat sich in den zurückliegenden 50 Jahren – obwohl die Zeit wie im Fluge verging – viel ereignet. Höhen und Tiefen galt es zu erklimmen und zu überwinden.

Der heute 70-jährige Ehemann stammt aus Dessau. Nach dem Krieg, 1945, zogen seine Eltern mit ihm nach Niederlepte. Nach dem Schulbesuch in Hohenlepte / Nutha zog es ihn schon nach Zerbst, aber zuerst nur beruflich. In der damaligen Firma Ahlemann begann der junge Mann 1953 die Lehre als Elektroinstallateur. In der WEMA ( Werkzeugmaschinenfabrik ) und auf Montage bei geologischen Bohrungen verdiente er sein täglich Brot.

Durch die Unternehmungen in der Jungen Gemeinde ( evangelische Jugendgruppe ) traf er eines Tages – im Jahr 1955 – auf Edelgard. " Die oder nie", äußerte er sich anschließend ganz entzückt über die junge Frau. Zeitweilig aus den Augen verloren, sah man sich doch wieder, schrieb sich und fand sich auch bald zusammen. " In den Urlaub gefahren und danach geheiratet", berichtete der Bräutigam kurz und bündig den weiteren privaten Werdegang im Jahr 1960.

Beruflich stand Wilfried bei der Zerbster Firma " Monsator", die sich um die Reparaturen rund um die Haushaltsgeräte kümmerte, als Betriebsteilleiter an der Betriebsspitze. Es folgte die Tätigkeit als Mechanisator beim DLK ( Dienstleistungskombinat ), dann bis zur Wende in der Kraftfahrzeuginstandhaltung. Als Betriebshandwerker baute er Hospitex mit auf und war hier bis zur Rente tätig.

Natürlich ist Wilfried inzwischen nach so langer Zeit eingefleischter Zerbster. Sein ganzes Hobby-Herz schlägt immer noch für die freiwillige Feuerwehr. Seit 54 Jahren ist er dabei. Heute gehört er wie auch Bürgermeister Helmut Behrendt, der zur goldenen Hochzeit die herzlichsten Glückwünsche überbrachte, der Alters- und Ehrenabteilung an.

In diesem Jahr feiert die Ehefrau ihren 70. Geburstag. Sie ist eine waschechte Zerbsterin, die hier die Schule besuchte und bis 1975 bei der Deutschen Post arbeitete. " Anschließend 15 Jahre bei ‚ Monsator ‘ und schon war das mein beruflicher Werdegang", fügte Edeltraud hinzu. Ihr großes Hobby galt dem Singen. 15 Jahre im Stadtchor sprechen für sich. Doch aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihre Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit aufgeben. Heute bewirtschaftet sie einen kleinen Garten und führt nebenbei eine Pension. Ihre ganze Freude sind die beiden Kinder und die zwei Enkelkinder.

Geht jeder einem anderen Hobby nach, so wünschen sich beide für den weiteren Lebensweg doch das Gleiche : " Alt werden ohne Krankheit".