Das Gebiet zwischen Jüdenstraße und Markt soll mit Reihenhäusern entlang der Jüdenstraße bebaut werden. Dies entspricht dem weiteren Aussehen der Gegend, zudem verringert sich so die Baudichte, was zu einem geringeren Ablösebetrag pro Quadratmeter führt. Ursprünglich war das Gebiet für freistehende Einfamilienhäuser gedacht.

Zerbst. In der Jüdenstraße soll zentrumsnah Einfamilienhaus-Bebauung erfolgen. 2007 machte sich die Zerbster FDP sogar für eine "Familienförderung im Innenstadtbereich" stark: Die Parzellen sollten auf Stadt-Kosten aufbereitet werden (Archäologie und Erschließung), um sie preiswert vor allem jungen Familien zur Bebauung zukommen zu lassen. "Ein einziges Paar hat sich vor Jahren mal gemeldet und war gleich wieder weg", erzählt Bernd Köhler, Leiter der Bauverwaltung.

Am Dienstag befürwortete nun der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss eine Reihenhaus-Bebauung entlang der Jüdenstraße - ähnlich der gegenüber befindlichen. Zudem sollen die von Osten rückwärtig gegen diese Bebauung anstehenden Markt-Grundstücke durch eine Zufahrt (um die Garagen herum) erschlossen werden. "Die Markt-Geschäfte brauchen diese Zuwegung unbedingt", so Köhler.

Die Reihenhausbebauung zu favorisieren, hat einen gestaltenden Hintergrund: Im Stadtsanierungskonzept ist für dieses innerstädtische Quartier ohnehin Reihenhaus-Bebauung vorgegeben, erinnerte Köhler den Ausschuss.

Zum anderen gibt es einen finanziellen Hintergrund. Das Gelände war vor dem Abbruch der Altgebäude, der archäologischen Untersuchung und der Vermessung/Grenzneufestsetzung 38 Euro pro Quadratmeter wert. Sämtliche Kosten, auch den Grunderwerb, hat bisher die Stadt getragen. Aus einer dichten Bebauung mit Einfamilienhäusern (amtsdeutsch spricht man von einem hohen "Maß der baulichen Auslastung", wie Ausschussvorsitzender Helmut Seidler erklärte) würde ein Wertzuwachs auf 55 Euro pro Quadratmeter resultieren.

Die Stadt müsste bei der Veräußerung des Gebietes 17 Euro pro Quadratmeter als Ablösebetrag verlangen. "Das ist ganz schön viel", meint Stadtplanungsamtsleiterin Heike Krüger angesichts des starken Vermarktungswillens der Stadt. Die Alternative: eine geringere bauliche Verdichtung mittels straßenbegleitender Reihenhaus-Gestaltung. Dadurch läge der Wertzuwachs bei etwa zehn Euro pro Quadratmeter.