Zerbst. Das für 2012 in Aussicht stehende "Katharina-Festival" im Zerbster Schloßgarten sollte umfassend vorbereitet werden. Der Vorsitzende des Zerbster Bau- und Stadtentwicklungsausschus-ses, Helmut Seidler, hält das Thema am Kochen, selbst wenn aktuell keine Weiterentwicklungen wahrzunehmen sind (die Volksstimme berichtete, zuletzt am 5. Mai).

"Ich habe Anregungen zu diesem Thema, die zumindest schon mal ausgesprochen sein sollten", begann Seidler seine Fragen zu Grundsätzlichem: zum Flächenbedarf des Festivals, zur zeitlichen "Inanspruchnahme" beispielsweise. Auch die konzipierte Kapazität des Festivaltheaters, das wohl als zeitweilige Konstruktion im Schloßgarten errichtet werden soll, sei interessant. Für 1500? Oder 3000 Leute? "Und welche Höhe soll diese Konstruktion erhalten? Könnte man diese mit Fotofolie verkleiden, um so die Fassade des Zerbster Schloßes darzustellen?, verwies Seidler auf das Berliner Stadtschloß, das auf diese Weise "wiederentstand".

Sehr zu beachten sei die Unterkellerung der Fläche vor dem Ostflügel, dem mutmaßlichen Festival-Standort. Dort müssten Tragfähigkeitsuntersuchungen erfolgen, warnt Seidler. Von Interesse wäre ferner, aus welchen Richtungen die Zuschauer zu den Veranstaltungen kämen, wo Pkw- und Busparkplätze angeordnet werden könnten, wie der Shuttle-Verkehr zwischen ihnen und dem Schloßgarten zu organisieren wäre. Nicht zuletzt regte Seidler auch an, den Veranstalter hinsichtlich der Parkpflege und -reinigung in die Pflicht zu nehmen. Die Anregungen des Ausschussvorsitzuenden wurden ohne jede Diskussion im Protokoll festgehalten. Ein detailliertes Konzept könnte sicherlich viele von Seidlers Fragen beantworten, liegt jedoch noch nicht vor.

Seidler berichtete an anderer Stelle der Fachausschusssitzung von der Fachberatung zum denkmalpflegerischen Rahmenplan (die Volksstimme berichtete). Er bekräftigte die Position, den Denkmalrahmenplan hinsichtlich der Douglasien und des "Mittelweges" umzusetzen: Beides verschwinden zu lassen, sei fachlich untersetzt. Es gebe jedoch gravierende Differenzen zwischen Volkes Meinung und den Fachaussagen, wie sie auch der Garten- und Park-Experte Heinrich Hamann bekräftigt. Hamann habe dem Fachausschuss eine Führung angeboten, um seine Ansichten zu erläutern. Seidler erfragte das Interesse: Neun der elf Ausschussmitglieder würden an dieser Führung teilnehmen wollen.