Die offizielle Eröffnung des Jubiläumsjahres Anhalt 800 ist für den 3. Februar 2012 geplant. Zu einem Vor-Auftakt luden am Freitag die Initiative Leuchttürme für Bildung und Kultur Dessau-Roßlau und die Stadt Dessau-Roßlau ein. Der Abend macht einmal mehr deutlich, wie schwierig es ist mit dem Zusammenfinden in der Sache Anhalt und mit den Vorbereitungen auf eben das Jubiläumsjahr.

Zerbst. Der Rahmen war gut gedacht. An einem freundlichen Frühlingsabend erwarteten vor dem großen Festzelt im stimmungsvollen Park des Dessauer Georgiums von Albrecht dem Bären bis zum Alten Dessauer viele Persönlichkeiten aus der anhaltischen Historie die (allerdings durchweg geladenen) gut 320 Gäste. Ein Anhalt-Anstecker zur Begrüßung, ein kleines Anhalt-Brot später zum Gehen gab es. Im Zelt wartete in feierlichem Ambiente nicht nur das Buffet, sondern vor allem ein umfangreiches Anhalt-Programm, zu dem Prof. Dr. Christos Zouboulis vom Dessauer Klinikum die Gäste begrüßte.

Das Programm allerdings geriet nicht nur lang, sondern bekam - sehr schade für manchen Beitrag - zunehmend weniger Aufmerksamkeit. Die Bühne an der einen Zeltgiebelseite bereitete den Gästen spätestens ab Zeltmitte akustisch und optisch Probleme, dem Dargebotenen zu folgen.

Nicht nur deshalb blieb so leider auch die Chance auf der Strecke, für den Weg zu einem gemeinsamen Anhalt-Jubiläumsjahr mit einem mitreißenden Auftakt zu werben. Bemüht haben sich die Organisatoren. Bemüht waren auch die Festredner.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verwies auf Tradition und Geschichte des Bindestrichteils Anhalt im Landesnamen. "Das muss im nächsten Jahr eine Feier wert sein." Ein Fest für das ganze Bundesland solle es sein, meinte der Ministerpräsident. Und erinnerte auch daran, dass man auf Landesebene lange unsicher gewesen sei, "wie wir mit dem Datum umgehen". Die neue Sicht blieb aber auch noch vage, Haseloff nicht wirklich überzeugend. Die nächsten Wochen sollen genutzt werden, zu gucken, "wie wir das Drehbuch um den Sachsen-Anhalt-Tag (2012 in Dessau - d.A.) bereichern können". Es gebe noch eine Reihe von Aktivitäten, auch Investitionen sollten geprüft werden - die Beispiele betreffen allein Dessau.

"Es war ein mühevoller Weg bis zum heutigen Tag", so der Dessau-Roßlauer Oberbürgermeister Klemens Koschig zur mit dem Jubiläum noch mehr herauszubildenden Anhalt-Identität. "Wir müssen noch viel Anhalt kennenlernen und gewinnen. Das ist erst der Auftakt", kennzeichnete er die Veranstaltung, von der Eduard Prinz von Anhalt hoffte, dass von ihr "viel neue Inspiration" ausgehe.

Der Freitagabend führte Anhalt ein Stück weit zusammen mit unter anderem den Tanz- und Musikdarbietungen aus Coswig, der Begegnung mit Wilhelm von Kügelgen aus Bernburg oder historischen Grüßen aus Zerbst, die Johanna Lüdecke als Luise von ihrer Tante Katharina II. überbrachte.

Angekündigt war die Uraufführung eines Anhalt-Liedes mit den Dessauer Muldespatzen, das sich als Lied zum Sachsen-Anhalt-Tag 2012 herausstellt. Gestartet wurde von den Leuchttürmen ein Malwettbewerb zum Jubiläum. Jüngst hat aber auch die Arbeitsgruppe Bildung im Anhalt-Netzwerk einen Kreativwettbewerb für Schüler ins Leben gerufen ...

"Wir machen uns weiter auf den Weg", meinte Klemens Koschig. Der scheint nicht weniger mühevoll als der bisherige.

   

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