Zerbst. 17 Grad Luft- und 12 Grad Wassertemperatur. Es ist Dienstagmorgen, 8 Uhr, die Sonne scheint, ein schöner Tag. Im Zerbster Erlebnisbad ist Bauabnahme. "Im Moment kann noch nicht gebadet werden", meint Wolfgang Ganzer, der "Bäderbeauftragte" der Stadtwerke Zerbst, ganz nüchtern. "Aber bald. Am 21. geht das Freibad in Betrieb." Hartgesottene Zerbster Wasserratten hätten dieser Tage schon mal angefragt, wann der Start ins Freibaden 2011 wohl vonstatten gehen werde. "Und neulich stand einer vor dem Tor und meinte, er müsse nun zu einem See fahren, bloß weil hier noch zu ist", erzählte der leitende Schwimmmeister Peter Zschoch mit einem Augenzwinkern. "Ist doch noch viel zu kalt! Wir hatten gerade noch Nachtfrost", meint Zschoch und steht dabei ganz ungeniert in Badelatschen, Shorts und buntem Turnhemd am Beckenrand.

Dort packen gerade die Handwerker ihr Werkzeug zusammen. Anfang März begannen die Maurer und Fliesenleger vom Zerbster Fliesenprofi mit Abriss und Neuaufbau des Beton-Beckens. In kurzer Zeit wurde das rund 100 Quadratmeter große Kinderplanschbecken von Grund auf saniert. Diese erhebliche Reparatur hat sich mit einer Vielzahl kleiner in den Vorjahren angekündigt. "Wir mussten das nun in Gänze angehen und haben festgestellt, dass der Beton-Unterbau einfach nicht mehr zu halten war", erklärte Ganzer. Auch die Mittel (rund 25 000 Euro) waren auf Anhieb bei der Stadt nicht vorhanden. Damit der Saisonstart nicht ins Wasser fällt, sind die Stadtwerke als für die Stadt tätiger Freibad-Betreiber in Vorleis-tung gegangen.

Nun sind Unterbeton, Estrich und eine neuartige Abdichtung eingebaut, die gesamte Fläche ist neu gefliest. "Dazu haben wir verschiedenfarbige Fliesen in Pastellfarben ausgewählt. Die hellen Farben wirken sich besser auf die Wassertemperatur in diesem extrem flachen Becken aus, und wir haben sie so verlegt, dass eine gewisse Dreidimensionalität entsteht", meint "Fliesenprofi"-Geschäftsführer Renè Tylewski. Er empfiehlt den Stadtwerken eine künftig umfangreichere Winterfestmachung, doch "auch das kostet natürlich Geld".

Ab heute werden die beiden "kleinen" Becken (125 und 350 Kubikmeter) mit gefiltertem Nuthe-Wasser befüllt. Das große Becken hat seine 2000 Kubikmeter Wasser bereits erhalten.

Der öffentliche Badebetrieb in der Schwimmhalle wird trotz Eröffnung des Freibades am 21. Mai bis zum 3. Juni fortgesetzt. Bis dahin öffnet das Freibad erst ab 11 Uhr, über die Hauptsaison dann täglich von 9 bis 20 Uhr.