Tüchtig gezimmert wurde am Sonnabend am Kornmuseum Nutha. Unter freiem Himmel schlüpften Jung und Alt in die Rolle von Baumeistern. Emsig errichteten sie Insektenhotels, die sie mit ganz speziellen Möbeln ausstatteten. Mit sichtlichem Interesse gingen die Teilnehmer bei der Veranstaltungspremiere ans Werk.

Nutha. Jung und Alt zieht es am Sonnabend nach Nutha. "Wir hatten Lust, mal wieder was zu basteln", sagt Maureen Hannemann. Beim "wir" bezieht die zehnjährige Zerbsterin ihre beiden Freundinnen Freya Göritz und Ester Schüler mit ein, die wie sie selbst wenig später in die Rolle geschickter Innen-Architektinnen schlüpfen werden. Denn an diesem Nachmittag sollen am Kornmuseum heimelige Hotels für Insekten entstehen.

Die Veranstaltungspremiere hat auch Volker Schub angelockt. "Ich möchte mir ein eigenes Hotel für zu Hause bauen", erklärt der Lindauer lächelnd. "Einfach mal gucken, was so gebaut wird", das möchte Siegfried Schwedtke, der im eigenen Garten bereits ein Quartier für die nützlichen Tierchen stehen hat. Besonders von den Wildbienen werde es angenommen, erzählt der Zerbster.

Wie schnell man den Insekten ein Schlupfloch geschaffen hat, erläutert Marietta Klüdtke der interessierten Runde. Sie zeigt, wie ein Plasterohr dazu ausreicht, das man mit Birkenrinde umwickelt, im Inneren mit Moos oder Schilf auffüllt und dann in einen Baum hängt. "Wichtig ist, dass Kontakt zu einem Ast oder zum Stamm besteht", erklärt die Biologielehrerin.

Ansonsten sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, wie die Beispiele beweisen, die sie zur Anschauung mitgebracht hat. Blumentöpfe, Körbe - verschiedenste Dinge können verwendet werden. Das gleiche gilt für das Füllmaterial. Laub, Lehm, Zapfen, Reisig oder was die Natur sonst noch hergibt, bietet sich an, um Marienkäfern, Florfliegen und anderen biologischen Schädlingsbekämpfern eine angenehme Zufluchtstätte einzurichten.

Und genau das machen die Teilnehmer jetzt. Bei herrlichem Sonnenschein gehen sie unter freiem Himmeln ans Werk. Neben Nägeln und Schrauben liegen Bretter bereit, die sich nach und nach in handliche Insektenhäuser verwandeln. Rasch herrscht an den aufgestellten Bänken emsiges Treiben. Volker Schub und Siegfried Schwedtke greifen den Mädchen dabei tatkräftig unter die Arme, übernehmen für sie die notwendigen Säge- und Bohrarbeiten. Als das viereckige Gerüst mit der Rückwand aus Hasendraht steht, kümmern sich die jungen Zerbsterinnen um die Innenausstattung.

Dieser Aufgabe hat sich Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe ebenfalls verschrieben. Allerdings ist ihr Hotel um einiges größer und besitzt mehrere Etagen. Den fast zwei Meter hohen Rohling hat Karl Lohbeck aus Niederlepte gezimmert. Jetzt steht das dreieckige Exemplar im Garten des Kornmuseums und wartet auf seine Einrichtung. "Wenn man es unten mit einer Wurzel zumacht, findet da vielleicht ein Igel Unterschlupf", sagt Marietta Klüdtke beim Blick in den "Keller" des hölzernen Domizils. Bald wird sich zeigen, ob es die Insekten als Brutrevier annehmen und von hier aus künftig ausschwärmen, um Blüten zu bestäuben.

Die Frage bewegt alle Teilnehmer. Gespannt kehren sie am Ende der Veranstaltung mit ihren selbst gefertigten Häuschen heim und hoffen, dass bald schon die ersten Bewohner einziehen.

 

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