Am 1. April haben die ersten Bürgerarbeiter in den verschiedensten Maßnahmen ihre Arbeit aufgenommen. Am 1. Mai starteten weitere Maßnahmen, darunter auch die pädagogische Unterstützung von Schulen.

Zerbst. Elf Bürgerarbeitsplätze im Bereich pädagogische Unterstützung gibt es in Zerbst, sieben davon sind besetzt. Franziska Ganzer und Torsten Fuchs aus Zerbst besetzen seit einer Woche zwei der Stellen in der Astrid-Lindgren-Grundschule in Zerbst. "Mir macht die Arbeit hier in der Schule Spaß", verrät Torsten Fuchs. War er vorher an der Ciervisti-Ganztagsschule eingesetzt worden, ist er nun für drei Jahre hier an die Grundschule gekommen. Auch Franziska Ganzer, gelernte Kauffrau für Bürokommunikation, sieht man die Freude bei der Arbeit mit Kindern an. Als Hilfe bei der Pausenaufsicht verteilt sie manchmal auch Äpfel an die Kinder und freut sich, wenn die Kleinen zugreifen.

"Wir sind über jede Unterstützung in der Schule dankbar, weil es bei uns einfach so viel gibt, was es zu bewältigen gilt", sagt Schulleiterin Gerlinde Schulze. Und hat auch schon genaue Vorstellungen, wie die 29-jährige junge Frau und der 37-jährige Zerbster zum Einsatz kommen. "Die beiden Kräfte werden bei uns unterstützend tätig, das heißt nie allein. So wollen wir Herrn Fuchs vor allem bei Projektarbeiten wie unserem Froschprojekt zur Krötenwanderung, bei Sportfesten, im Grünen Klassenzimmer und im Schulgarten mit einsetzen und Frau Ganzer unterstützend bei der Aufsicht, beim Hausaufgaben machen und bei der Beschäftigung der Kinder nach den Hausaufgaben. Außerdem freuen wir uns, dass sie Computerkenntnisse mitbringt, die sie bereits mit in unsere Schülerzeitung einbringt."

Insgesamt 100 Plätze sind in Zerbst geplant, 65 bisher bewilligt. "Davon sind 47 besetzt", erklärt Petra Lindner von der B&A-Strukturförderungsgesellschaft, die Träger der Maßnahme ist. "Diese 100 Plätze werden bis Jahresende besetzt sein", erzählt Volker Krüger, Bereichsleiter Markt und Integration, der KomBA Anhalt-Bitterfeld auf Nachfrage. Weitere Maßnahmen werden im Juli oder September beginnen, die letzte im Dezember 2011. "Deren Laufzeit ist jeweils auf drei Jahre begrenzt."

Die Bürgerarbeit ist ein Versuch, Arbeitslose, die keine unmittelbare Aussicht darauf haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, eine anderweitige sinnvolle Beschäftigung zu vermitteln. "Dabei ist von vier Phasen die Rede", erklärt Krüger. In Phase eins bis drei, der sogenannten Aktivierungsphase, sind alle Arbeitslosen des Landkreises einer Standortbestimmung unterzogen worden. Es gab Vermittlungsversuche in den ersten Arbeitsmarkt sowie in andere arbeitsmarktpolitische Instrumente, wie Weiterqualifikationen. "Blieben all diese Bemühungen erfolglos, ist die Teilnahme an der Bürgerarbeit möglich. Nun müssen lediglich Bewerber und Maßnahme zusammenpassen", so Krüger. Er sieht kein Problem darin, alle 100 Stellen in Zerbst adäquat zu besetzen. "Hier ist alles im Fluss, es geht gut voran."