Der Marktplatz in Zerbst hat sein Gesicht verändert und wird es weiter tun. Aktuelles Beispiel ist der Bereich vor dem Restaurant "Athos". Neues Mobiliar auf einer neu errichteten Fläche soll zum Verweilen einladen. Doch auch das bleibt in Zerbst nicht ohne Widerspruch. Die Sessel zu schwarz, die vereinnahmte Fläche zu groß, meint zum Beispiel Leser Hermann Lehmann. Die Volksstimme sammelte weitere Meinungen ein.

Zerbst. Zu den Neuheiten auf dem Markt gehört seit einigen Tagen die Terrasse des griechischen Restaurants "Athos". Auf wetterfestem Holzfußboden stehen 16 Tische, an denen 64 Gäste in bequemen Sesseln Platz finden können. Für den Aufbau der Terrasse und die wetterfesten Möbel hat der Inhaber des Restaurants, Christos Tsatsis, tief in die Tasche greifen müssen. "Das habe ich aber gern gemacht", lächelt der Mann aus Griechenland.

"Ich wollte auf der einen Seite als Geschäftsmann natürlich eine zusätzliche Möglichkeit finden, Gäste gut zu bewirten", sagt er. "Auf der anderen Seite möchte ich auch den Zerbstern etwas zurückgeben. 1996 habe ich mein Restaurant eröffnet, und die Gäste halten uns seitdem die Treue." Deshalb habe er für sie jetzt eine Möglichkeit geschaffen, damit sie im Frühjahr und Sommer beispielsweise ihren Kaffee oder ihr Bier unter freiem Himmel trinken können.

"Wenn die Abende warm sind, können sie auch zu später Stunde bei uns gemütlich auf der Terrasse sitzen und plaudern", so Tsatsis. "Viele Gäste scheinen darauf nur gewartet zu haben, denn die Resonanz auf unser neues Angebot ist durchweg positiv. In den nächsten Tagen kommen die großen Sonnenschirme, und Grünpflanzen werden ebenfalls zur Attraktivität beitragen."

Zu wenig attraktiv

Jens Salomo, Inhaber der benachbarten Raben-Apotheke, sieht die Terrasse und die Entwicklung des Marktes positiv. "Zunächst bin ich froh, dass die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Gleichzeitig hoffe ich, dass die zweite Parkreihe wiederkommt. Der freie Platz darf nicht verschenkt werden, den sollten Autofahrer auch nutzen können", so Salomo. "Die Restaurant-Terrasse sehen meine zehn Mitarbeiter und ich positiv. Vorher hatte man ja nur die Möglichkeit, auf dem Markt auf Holzbänken Platz zu nehmen. Das ist nun besser", sagt der Apotheker.

Insgesamt findet Lisa Ludolf den neuen Markt und die Terrasse "nicht schlecht", wie sie sagt. "Aber essen würde ich hier unter freiem Himmel nicht", sagt sie. "Das ist mir einfach zu laut und zu viel Verkehr. Ich würde mich zum Essen lieber rein setzen."

Nicht so gut gefällt der neue Markt Peggy Markus, Mitarbeiterin bei Augenoptiker Preuss. "Der Markt bietet nicht genug Attraktives. Hier müsste mehr geschaffen werden, was die Besucher anzieht", sagt sie.

Ganz anderer Meinung ist Angela Giese, die gemeinsam mit ihrer Tochter das Geschäft "Mode am Markt" betreibt. "Die Verbindung von Historischem und Modernem finde ich sehr gelungen. Außerdem ist der gesamte Platz barrierefrei, das hat für Gehbehinderte natürlich viele Vorteile." Aber sie hat auch Wünsche. "Die Blümchen in den großen Kübeln sind ja schön, aber die reichen nicht. Hier müssen richtig hohe Gewächse her, Zypressen wären beispielsweise sehr schön", schlägt Angela Giese vor.

Gut findet Günter Weingut den neuen Markt und die neue Terrasse. "Mir gefällt beides", sagt er. "Jetzt kann man sich hier auch mal richtig hinsetzen. Das wird zur Belebung des Platzes führen. Es müsste noch mehr davon hier geben. Ein Eiscafé beispielsweise wäre sehr gut", macht Günter Weingut einen Vorschlag.

Mehr Grün gewünscht

Spricht man den Zerbster Markt an, fällt fast unweigerlich das Stichwort "Spielplatz". "Für die Kinder gab es einen Spielplatz an der Kirche", so Sybille Richter. "Aber der wurde abgerissen. Und jetzt an einer Bundesstraße einen neuen zu errichten, finde ich nicht gut. Ich würde mein Kind hier jedenfalls nicht spielen lassen."

   

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