Garitz. Freitag, der 13., war für über 20 Musikinteressierte, die auch gut fünf Stunden Zeit mitbrachten, ein durchaus guter, unterhaltsamer und überhaupt kein Pechtag.

Die Arbeitsstelle "Kirche und Tourismus" der Evangelischen Landeskirche Anhalt hatte mit Unterstützung der Stiftung "Entschlossene Kirchen" zu einer Wandelserenade "der besonderen Art" eingeladen.

Mit dem Kremser oder mit dem Fahrrad

Das Besondere dabei war mehrgestaltig. Zu erleben waren vier kleinere Konzerte, die zudem an vier Orten gespielt wurden. Die Aufführungsstätten waren in dieser Reihenfolge die Kirchen des Kirchenkreises Zerbst in Trüben, Bonitz und Bornum. Startpunkt gegen 17 Uhr war der Hof der Garitzer Stärkefabrik, in der sich unter anderem das Dorfkirchenmuseum befindet. Im dortigen Veranstaltungsraum wurde die Tour mit einer Abendserenade ab 21 Uhr sowie einem anschließenden gemeinsamen kulinarischem Ausklang abgeschlossen.

Musikalischer Gastgeber war das Blechbläserquintett Anhalt unter Leitung von Landesposaunenwart Steffen Bischoff (Trompete) mit Joachim Diemer (Trompete), Hans-Dieter Frenzel (Horn), Matthias Köhn (Posaune) und Clemens Miseler (Tuba).

Frische Luft, Sonne, später auch Mond, und einen "entschleunigter" Blick auf die Natur gab es zudem als "Zugabe". Für die Bewältigung der Wegstrecken zwischen den Kon-zertorten, auch über idyllische Feld- und Waldwege, waren ein Kremser sowie die Begleitung mit dem eigenen Fahrrad im Angebot. Reinhard Willno aus Garitz hatte seine beiden Schimmel eingespannt.

Die Organisatoren und Musiker nutzen natürlich Autos, um rechtzeitig bei Ankunft der Gäste zum Konzertieren bereit zu sein.

Vor den jeweiligen Konzerten informierte die Stiftungsvorsitzende Sonja Hahn die Teilnehmer über die jeweilige Kirche und deren Besonderheiten in der Historie und Architektur.

Zum Ausklang ist der Mond aufgegangen

Die Gäste genossen ein Konzertangebot mit verschiedenen Musikrichtungen, gespannt über mehrere Jahrhunderte.

In Trüben kamen Sonaten des 17. Jahrhunderts, unter anderem von Antonio Bertali und Antonio Vivaldi zu Gehör. Das Quintett präsentierte diese instrumentalen Tänze mit gut abgestimmtem harmonischen Zusammenspiel. Der Kontrast der drei überwiegend tiefen Ins-trumente und der meist helleren Stimmlage der beiden Trompeten ergaben reizvolle Klangwirkungen.

Mit gleichem Engagement und dem Mitsingangebot (mit bereitgestellten Textzettel) erklang in Bonitz Choralmusik unserer Zeit. Ein erneuter Genrewechsel erfolgte in Bornum: Spirituals und Volkslieder aus anderen Ländern. Bei der Interpretation hatten die Instrumente Gelegenheit, sich solistisch zu präsentieren. Der Abend brach schon herein, als Kremser und die Fahrradbegleitung nach Garitz zukamen. Zum Abschluss der etwa halbstündigen Abendserenade wurde gemeinsam das wohl bekannteste Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" mit Quintettbegleitung gesungen. Und - draußen schien wahrlich der Mond.

 

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