Zu den beliebten Angeboten des Jugendwaldheims Spitzberg gehören die Waldjugendspiele. An mehreren Stationen wird Kindern auf interessante Weise Wissen über die Tiere und Pflanzen des Waldes vermittelt. Erstmals stellten sich nun die Erst- bis Viertklässler der Grundschulen Steutz und Walternienburg den erlebnisreichen Herausforderungen. Am Ende war klar, dass die gelungenen Premieren eine Fortsetzung finden werden.

Spitzberg. "Ich habe von einer Kollegin von den Waldjugendspielen gehört", erzählt Sigrid Kratky. Ihr gefiel die Idee. Daraufhin schlug die Schulleiterin den Ausflug auf den Spitzberg ihren Lehrerinnen vor und erntete Zustimmung. Zumal das Angebot des Jugendwaldheims sehr gut in das Konzept der Walternienburger Grundschule passt. Bereits seit Jahren verteidigt die Bildungseinrichtung erfolgreich ihren Titel als "Umweltschule in Europa". Neben der Fortsetzung bestehender Projekte gehört dazu stets die Begründung neuer Aktivitäten.

"Umwelt ist bei uns ganz großes Thema"

Eine ähnliche Motivation bewegte die Steutzer Grundschule an der Elbaue zur erstmaligen Teilnahme. "Umwelt und Wald sind bei uns ein ganz großes Thema", erklärt Schulleiterin Annett Ebert. Und das wird auf vielfältige Weise umgesetzt. So besteht beispielsweise eine Kooperation mit dem Biosphärenreservat Mittelelbe, in deren Rahmen Schüler bei spannenden Erkundungstouren in die Natur zu Junior-Rangern ausgebildet werden. Daneben war es bislang schöner Brauch, das die Viertklässler zum Abschied den jeweiligen Baum des Jahres pflanzten. Doch mittlerweile fehlt einfach der Platz auf dem Schulgelände. Allerdings stehen die Chancen gut, dass die Waldjugendspiele zu einer neuen Tradition werden. Denn die sind bestens bei den Erst- bis Viertklässler angekommen. "Die Kinder waren begeistert", blickt Annett Ebert auf den vergangenen Montag zurück.

Außer Kenntnissen sind Fähigkeiten gefragt

Das gleiche Bild zeigte sich auch gestern, eine Woche später, bei den Walternienburger Grundschülern. Die Frage, ob ihnen die Waldjugendspiele Spaß bereiten, beantwortete sich eigentlich von selbst. Dazu musste man nur beobachten, mit welchem Eifer die Mädchen und Jungen die einzelnen Herausforderungen angingen. Stellte man sie ihnen trotzdem, tönte einem sofort ein freudestrahlendes "Ja!" entgegen.

"Auch Lehrer können etwas dazulernen"

Und auch den Lehrer gefiel die erlebnisreiche Wissensvermittlung des Jugendwaldheims sehr gut. "Das ist wirklich empfehlenswert", betont Sigrid Kratky. "Und auch Lehrer können noch was dazulernen", erklärt sie lächelnd.

Beim Bewältigen der einzelnen Stationen waren die Erst- bis Viertklässler jedoch völlig auf sich allein gestellt. Aufgeteilt in altersgemischten Gruppen absolvierten sie als Rehe, Dachse, Biber oder Störche die verschiedenen Aufgaben, die sich ihnen beim selbständigen Rundgang durch den idyllischen Wald stellten. "Das ist mal was ganz anderes", findet Sigrid Kratky, als sie sich zwischendurch selbst ein Bild von dem lehrreichen Parcours macht.

"Hurra, wir haben die volle Punktzahl"

"Wir haben die volle Punktzahl", freut sich Anna-Lena Kühn. Fehlerfrei haben die Walternienburger "Adler" anhand von belaubten Ästen und Nadelzweigen die unterschiedlichen Baumarten erkannt und ihnen die richtigen Früchte zusortiert. An der Station "Jagdliches" wiederum mussten die Schüler mittels Fellen, Trophäen sowie Fährten ihr Kenntnisse um die Tiere des Waldes beweisen. Vögel galt es ebenfalls zu bestimmen. Darüber hinaus wurden beim Tasten und Riechen die Sinne der Mädchen und Jungen getestet.

"Los Hannes, vor und zurück!" Kräftige Armmuskeln und handwerkliches Geschick waren gefordert, als es galt, eine Scheibe von einem Lindenstamm abzusägen. Neben dem körperlichen Einsatz zählte hier das Wissen um die Verwendung von Holz. Dass es der Papierherstellung dient und damit im Lesebuch steckt, wussten die meisten. Bei Tapete und Grillkohle wurde mancher schon unsicher. Doch immerhin konnte man sich innerhalb der Gruppe beraten.

Auch mit den Gerätschaften eines Waldarbeiters und dem notwendigen Arbeitsschutz beschäftigten sich die Erst- bis Viertklässler. Neugierig sahen sie zu, wie man Rinde mit einem Schäleisen abschabt. Zu guter Letzt sind die sportlichen Aufgaben zu erwähnen, zu denen der Zapfenzielwurf genauso gehörte wie zum Beispiel der Weitsprung. Dort konnten die Kinder sehen, ob sie Sprünge wie ein Hase schaffen oder nur Mäuschen-Hüpfer.

Neben Disziplin wird Teamgeist gefördert

Für jede Station gab es Punkte und am Ende wurde zusammengerechnet. Während sich alle teilnehmenden Schüler über hübsche hölzerne Medaillen freuen konnten, erhielten die Platzierten tolle Preise aus Holz. "Die Kinder überlegten sofort, wo diese Preise in der Schule aufgestellt werden", berichtet Annett Ebert von dem gelungenen Projekttag, bei dem die Mädchen und Jungen nicht nur viel lernten. Gleichzeitig wurden Teamgeist, Disziplin und selbständiges Arbeiten gefördert. Zudem übernahmen die Gruppenführer Verantwortung für ihre Mitschüler.

Mit Steutz und Walternienburg haben in diesem Jahr bislang vier Schulen die Waldjugendspiele absolviert. Drei werden noch folgen - darunter befindet sich die Grundschule Dobritz, bei der das beliebte Angebot des Jugendwaldheims bereits alle zwei Jahre auf dem Programm steht.

   

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