Im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss vorgestern Abend machte Q-Cells nochmals deutlich, die Schweinemastprojektflächen auf dem Zerbster Flugplatz nicht kaufen zu wollen. Bereits für Herbst ist die Baureife für die Solaranlagen vorgesehen.

Zerbst/Garitz. Der Zerbster Bau- und Stadtentwicklungsausschuss will den Flächennutzungsplan der Stadt zu Gunsten des Solarkraftwerk-Projektes der Firma Q-Cells ändern lassen. Zugleich hat der Ausschuss bei seiner Sitzung in Garitz am Mittwochabend auch den Bebauungsplan der Firma zu diesem Projekt befürwortet. Die Planaufstellungsverfahren sollen nun in die nächste Etappe eintreten – die öffentliche Auslegung, verbunden mit der Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange. Am 26. Mai soll der Stadtrat hierzu entscheiden.

Dabei wird er sich auch mit negativen Voten aus Ortschaftsratssitzungen auseinandersetzen müssen. In Straguth beispielsweise wurde der Plan, somit das Projekt Solarkraftwerk, einstimmig abgelehnt (die Volksstimme berichtete gestern). Ortsbürgermeister Edgar Grund erklärte am Mittwoch den Fachausschussmitgliedern, das Nein zum Plan besteht, weil es nur so doch noch eine Vereinbarung zwischen Q-Cells und Getec zur Einbeziehung auch der Schweinemast-Projektflächen geben könne. Die aktuelle Planung sieht das nicht vor.

Und wird es auch künftig nicht. Auf Nachfrage und in einer Sitzungspause bekräftigte der Q-Cells-Projektmanager Warmut die zuvor von Amtsleiter Jürgen Konratt vorgetragene "abschließende Befindlichkeit": Q-Cells möchte die Schweinemast-Flächen nicht haben, weil dann die Stromproduktion oberhalb des für die Einspeisung ins E.on-Netz mögliche Maß liegen würde. Man müsste dann in das größere Vattenfall-Netz einspeisen, was gänzlich andere Transformationen voraussetzen würde. Die Kosten würden auf das Vierfache steigen – die Rede war von zehn statt 2,5 Millionen Euro allein für die Tranformatoren.

Festgestellt wurde erneut auch, dass jedwede Änderung am vorgelegten B-Plan zu Zeitverzug in der Planaufstellungsprozedur führen würde, was hinsichtlich des sehr engen Realisierungszeitrahmens keinesfalls geschehen solle. Nach wie vor ist vorgesehen, zum Herbst Baureife für die Solaranlagen zu haben und dann auch mit der Installation zu beginnen. Stadtrat Hans-Ulrich Müller appellierte, alle "taktischen Spielereien" nun aufzugeben und zügig dafür zu sorgen, dass "Zerbst endlich auf der Liste der Standorte von Q-Cells steht".

Auch der Umgang mit den Trockenrasen-Biotopen wurde klargestellt. Diese Flächen werden nicht überbaut, auch nicht durch Solarpaneele.