Zerbst. Kaum kletterten die Temperaturen über den Gefrierpunkt, waren in und um Zerbst herum Arbeiter damit beschäftigt, die gröbsten Winterschäden auf den Straßen zu beseitigen. Und: Sie sind noch dabei, denn es gibt viel zu tun – vor allem auf Bundes- und Landesstraßen.

Kreisstraßen: Schäden halten sich in Grenzen

"117 Kilometer an Kreisstraßen gibt es im Zerbster Bereich", erklärt Marina Jank, Pressesprecherin des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, auf Nachfrage. Im Gegensatz zu Bitterfeld und Köthen hielten sich die Schäden in Zerbst in Grenzen. "Wenn man von Schwerpunkten sprechen will, dann war dies in Lindau der Fall." Innerorts habe es dort ein Loch gegeben. Außerorts seien die Straßen Lindau–Buhlendorf und Lindau–Deetz betroffen gewesen. "Aber die entsprechenden Stellen sind bereits mit Kaltmischgut repariert worden." Der Kreis sei somit seiner Verkehrssicherungspflicht schnell nachgekommen. Eine überschaubare Größe im Vergleich zum übrigen Landkreis. Dort seien für die Reparatur von Schäden 16 Tonnen Kaltmischgut verbraucht worden – auf insgesamt 420 Kilometern Kreisstraßen.

Auf der Ebene der Bundes- und Landesstraßen sei, nach Aussage vom Landesbetrieb Bau Niederlassung Ost (LBB), die Ortslage Schora ein besonderer Schwerpunkt. Allerdings habe, so Pressesprecher Harald Kreibich, der Winter umfangreiche Schäden an den Straßen hinterlassen. Auch der LBB hat bereits frühzeitig mit den Reparaturen der Schäden begonnen. Die Beseitigung der Schlaglöcher erfolge kontinuierlich mit Kaltmischgut. Zurzeit, dank der hohen Temperaturen, werden Deckenschäden mit Heißmischgut beseitigt. Die Reparaturen werden im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten der Straßenmeisterei Zerbst, die für die LBB die Straßen in diesem Bereich betreut, ausgeführt. "Sofern die Witterung es zulässt, sollten die gröbsten Schäden bis Ende April beseitigt sein", so Kreibich. Die Straßenmeisterei betreut seit dem 1. Januar 2010 41,1 Kilometer Bundesstraßen und 66,2 Kilometer Landstraßen.

Schätzung: 6 Millionen Euro Mehrbedarf

Die konkreten finanziellen Auswirkungen der Winterschäden können bis dato weder vom Kreis noch vom LBB beziffert werden. Allerdings hatte die Absicherung des Winterdienstes, so Kreibich, lange Zeit Vorrang vor der Beseitigung von Straßenschäden, wofür ein erheblicher personeller Aufwand notwendig war. Konkrete Aussagen seien frühestens im April möglich – also nach der Winterperiode bei guter Witterung.

"Aus heutiger Sicht lässt sich jedoch sagen, dass wir in diesem Jahr von einem landesweiten Mehrbedarf von voraussichtlich sechs Millionen Euro ausgehen", so Kreibich. Dies sei aber lediglich eine sehr vorsichtige Schätzung.