In Steutz sind gestern Mittag die nunmehr 21. Jugendmodellflugtage offiziell eröffnet worden. Bis Sonntag werden über 35 Kinder und Jugendliche in der Elbaue bei verschiedenen Wettkämpfen um Platzierungen kämpfen. Dabei gehen in diesem Jahr Teilnehmer aus sechs Bundesländern an den Start.

Steutz. Aus Berlin, Sachsen, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und aus Sachsen-Anhalt sind die Mädchen und Jungen, die in diesem Jahr an den traditionellen Jugendmodellflugtagen in Steutz teilnehmen. Noch bis Sonntag ist die idyllische Elbaue Austragungsort des 21. Deutschen Lilienthal-Jugendwettbewerbs sowie der 5. Mitteldeutschen Jugendmeisterschaft im Fernlenksegelflug. Über 35 Starter im Alter von sechs bis 18 Jahren werden in den einzelnen Klassen um Platzierungen kämpfen.

Ihnen allen hat Dr. Sabine Engst gestern viel Spaß gewünscht. Stellvertretend für den anhalt-bitterfelder Landrat Uwe Schulze übernahm die Dezernentin für Finanzen, Jugend, Soziales und Schule am Mittag die offizielle Begrüßung der Teilnehmer, ihrer Arbeitsgemeinschaftsleiter, Fernlenkfluglehrer, Betreuer und Eltern.

Modellflug sei ein sinnvolles Hobby, das wertvolles Wissen und Können vermittle. Darüber hinaus fördere es Zielstrebigkeit und freiwillige Disziplin, wandte sie sich an die jungen Bodenpiloten. Zugleich nutzte Sabine Engst die Gelegenheit, um sich bei den ansässigen Landwirten Gerhard Enzenberg und Michael Berner sowie der Agrargenossenschaft Steutz zu bedanken. Sie stellen jedes Jahr ihre Wiesenflächen für die Wettkämpfe zur Verfügung, die ohne diese Bereitschaft nicht durchgeführt werden könnten. Ein weiteres Dankeschön richtete die Dezernentin an Wolfgang Albert für sein Engagement. Als Vorsitzender des ausrichtenden Flugmodellsport- und Freizeitclubs Zerbst kümmert er sich stets rührig um die Organisation der mehrtägigen Veranstaltung.

Auch der Zerbster Bürgermeister wusste den ehrenamtlichen Einsatz von Wolfgang Albert zu schätzen. Als einer von drei Schirmherren der Jugendmodellflugtage werde er die Flugmodellsportler, so lange er im Amt ist, unterstützen, erklärte Helmut Behrendt. "Wenn ich aufhöre, machst Du es aber weiter", forderte er Wolfgang Albert allerdings sogleich auf. "Wichtig ist, dass Du die alten und jungen Modellflieger zusammenhältst", fand Behrendt beim Blick in die generationsübergreifende Runde.

In diese sah Christian Frey ebenfalls. Die vor ihm stehenden Mädchen und Jungen mitsamt ihrer Flugmodelle erinnerten den Vizepräsident des Luftsportverbandes Sachsen-Anhalt, wie er mit acht, neun Jahren seinen ersten kleinen UHU gebaut hat. "Ich finde toll, was ihr hier mit Freude und Elan betreibt", erklärte er und ergänzte lächelnd: "Ich hoffte, dass der Fliegervirus, der Euch gepackt hat, ein Leben lang begleitet." Christian Frey animierte den Nachwuchs aber nicht nur, dem Modellflug treu zu bleiben. Als Motorflieger ermunterte er die Kinder und Jugendlichen, auch mal in ein manntragendes Flugzeug zu steigen.

Henry Sachse aus dem thüringischen Langenleuba-Nieder- hain hat das bereits getan. Erst kürzlich bestand der 14-Jährige die so genannte "A-Prüfung", mit der er nun allein ein doppelsitziges Segelflugzeug fliegen darf. "Mein Vater ist Segelflieger", berichtete Henry, wie er schon immer mit auf dem Flugplatz gewesen ist und dadurch sein Interesse für das motorlose Fliegen geweckt wurde.

Unterdessen steckte ihn sein Opa mit dem schon erwähnten Modellflug-Virus an. "Er schenkte mir zu Weihnachten ein Modell. Da war ich Zehn", erzählte der blonde Junge, dem beides Spaß macht. Er genießt es, hoch droben im Segelflugzeug durch die Luft zu gleiten. Gleichzeitig reizt es ihn, als Bodenpilot sein Modellflugzeug aus der Ferne zu steuern und mit ihm manch Kunststückchen zu fliegen. Und wie gut er das beherrscht, das kann Henry, der mit dem MFC Rossendorf angereist ist, in der Steutzer Elbaue jetzt beweisen.

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