Anlässlich des Welttages des Buches verbrachten die Drittklässler der Lindauer Grundschule gemeinsam eine ganze Nacht beim Lesen.

Lindau. Wer lesen kann, ist besser dran! – das kann Margitta Sens, Schul- und Klassenleiterin an der Lindauer Grundschule an der Burg, gar nicht oft genug sagen. Und ihr Motto scheint Früchte zu tragen. Die Mädchen und Jungen ihrer 3. Klasse lesen gern, lesen viel, sind neugierig und haben genug Fantasie. So war die Lesenacht schon seit einigen Wochen im Gespräch, und die 22 Kinder konnten es kaum erwarten, in der Schule zu schlafen.

Ihre " Nester " bauten sich die Mädchen mit Matratzen, Schlafsäcken und Decken in dem einen und die Jungen in dem anderen Klassenraum unterm Dach – Kuscheltier und Lieblingsbuch im Gepäck. Um für den Lesemarathon gestärkt zu sein, schoben drei Muttis, Andrea Herrmann, Birgit Rieseler und Kerstin Schlüter, nach Wunsch belegte Pizzen in den Ofen. Bei einer Schatzsuche auf dem Schulgelände kamen schließlich zwei Kisten zum Vorschein. Was da wohl drin war ? Das Geheimnis wurde ein wenig später gelüftet.

Das Knoten von Scoobydoo-Bändern, das sich an der Schule als Ausgleich zum Herumtoben bewährt hat, wurde abgebrochen, um sich im Stuhlkreis den Büchern zu widmen. Jedes Kind stellte sein Lieblingsbuch vor und erklärte, warum es so toll ist. Mynthe, eines von drei holländischen Kindern in der Klasse, hatte ein Buch in ihrer Muttersprache mitgebracht, erzählte ihren Mitschülern aber auf Deutsch, worum es darin geht. Zum Lieblingsbuch durften die Kinder sich auch ein neues Buch " Ich schenk dir eine Geschichte " unter ihren Stuhl legen. Dieses Buch hatte es von den Buchhandlungen aus Anlass des Weltbuchtages für die Kinder als Geschenk gegeben.

Als Gast der Lesenacht hatte die Zerbster Bibliothekarin Sophie Schäfer in der Runde Platz genommen. " Es ist meine erste Lesenacht ", verriet sie den Kindern, und dass sie diese Idee ganz toll findet. Sie machte die Schüler mit Tim und Jan bekannt, den zwei Jungen aus dem Buch " Die Flucht des Triceratops ", verteilte eine kleine Karte von der Dinosaurierbucht und las die Geschichte an. Gespannt lauschten die Mädchen und Jungen. Doch wer erfahren will, wie es weitergeht, der muss das Buch schon selbst zu Ende lesen.

Schließlich wurde das Geheimnis der Schatzkisten gelüftet. Diese enthielten, wie sollte es anders sein, Bücher als Schätze : " Anne und der geheimnisvolle Schlüssel " für die Mädchen und " Eins zu Null für Leon " – eine Fußballgeschichte für Jungen. Mit den Büchern ging es auf die Matratzen oder wohin auch immer sich jeder zum Lesen zurückziehen wollte.

Neben Margitta Sens trat als kampferprobter Papa auch Thomas Borutzki die " Nachtschicht " in der Schule an. 22 Uhr wurde das Licht ausgeknipst. Aber danach sollte noch lange nicht Schluss sein, denn Lesen kann man auch mit Taschenlampe. Die besonderen Lesezeichen sollten helfen, Rätsel zu lösen – auf drei Gewinner warteten Buchpreise. Und noch etwas machte die Lesenacht aufregend : Da die Schule gleich an der Burg liegt, war mit Gespenstern zu rechnen …