Zerbst Auf Garagen, Industriehallen, Wohn- und Gewerbeimmobilien findet man Solaranlagen. Zu ebener Erde ist die Technik im Zerbster Raum noch nicht anzutreffen. Dies könnte sich noch 2010 ändern. " Das ist alles noch so unwägbar, da will ich eigentlich nichts weiter sagen. "

Der Zerbster Alfred Schildt gibt sich wortkarg. Und möchte dennoch für eine Premiere sorgen. Auf eigenen Ackerflächen an der Magdeburger Straße will er eine Photovoltaikanlage installieren – das erste Solarfeld in der Region Zerbst. Die Fläche ist bislang verpachtet, wird ackerbaulich genutzt – wegen der Bodenwertzahl von 22 mit nur mäßigen Erträgen. Würden Solarpaneele darauf stehen, wäre das Gelände ertragreicher, hat Schildt überschlagen und den Kontakt in die Zerbster Amtsstuben gesucht. Im Ergebnis dessen reichte Schildt im November 2009 den förmlichen Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplanes ein. Am Mittwoch befürwortete der Bau- und Strategieausschuss des Zerbster Stadtrates diesen Antrag.

" Ich hab lange mit mir gerungen und überlegt, ob man eine derartige Investition als einzelne Person schultern kann und sollte. " Zu Beginn waren die Kenntnisse über Planungsverfahren, über Hinderungsoder Ausschlussgründe, über die politische Zustimmung und nicht zuletzt über das Investitionsvolumen und Projektzeiträume kaum vorhanden. " Ich habe jetzt aber den Mut, mich ernsthaft damit zu befassen, wie aus dieser ertragsschwachen Fläche etwas wirtschaftlich Besseres gemacht werden kann. Sollte das kompliziert oder überaus teuer werden oder extrem lange dauern, muss ich neu überlegen. "

Die Investition müsste in diesem Jahr erfolgen, weil die Einspeisevergütungen von Jahr zu Jahr sinken. Das Projekt sieht vor, insgesamt 1, 3 Hektar der Fläche rechts der B 184, schräg gegenüber der Einfahrt in den Neuen Weg, mit Solarmodulen zu bebauen. Dies soll bodennah geschehen, sich also nicht wesentlich auf die räumliche Situation auswirken. Erschlossen wird das Solarfeld durch vorhandene Feldwege, mehr ist nicht nötig. Der Strom – Schildt rechnet mit einer Maximalleistung von rund 350 Kilowatt – wird der nächstgelegenen Trafostation zuzuführen sein.

Das Vorhaben stellt in dieser Dimension nur einen Bruchteil anderer Solarfelder dar, ist dennoch beachtlich : Hier agiert kein Unternehmen, sondern eine Privatperson. " Bis zum Bau ist es ein sehr langer Weg. " Tatsächlich muss das Vorhaben ein B-Plan-Verfahren durchlaufen, parallel muss der Flächennutzungsplan der Stadt geändert werden – das Gelände ist dort bislang als " Vorranggebiet für Ackernutzung " notiert und müsste als " Sonderbaufläche Freiflächenphotovoltaikanlagen " ausgewiesen werden. Das Planänderungsverfahren wie auch das B-Plan-Verfahren wäre vom Investor zu finanzieren.

Das Vorhaben hat einen guten Start hingelegt. Am 27. Januar befindet der Stadtrat über den Antrag, im Anschluss könnte die Planung beginnen.