Feierliches, Formelles, Kulturelles, Berührendes und Lustiges. Die Feierstunde zum 208-jährigen Bestehen des Francisceums Zerbst war eine gute Mischung aus allem.

Zerbst. Viele Erinnerungen kamen hoch, als die Redner der Abiturklassen der Jahrgänge 1961 und 1951 am Sonnabend bei der Feierstunde des 208. Jahrestag des Francisceums am Rednerpult standen. Sehr präsent erzählte Hannelore Herz von einem Ernteeinsatz: "Auf dem Weg zum Einsatz hängten wir ein von uns gemaltes Plakat aus dem Wagen auf dem stand ¿Klasse 10a – erfroren auf dem Weg zum Kommunismus‘. Die Folgen waren uns nicht bewusst. Der Direktor und einige Lehrer wurden daraufhin versetzt." Tränen stehen ihr in den Augen. Das hatte die Klasse nicht gewollt, war fortan eine vorbildliche Lerngemeinschaft, aber immer noch ohne sich zu verbiegen.

Wieder gelacht wurde, als Klaus Schilling, ebenfalls Absolvent und Redner über den Fasching 1961 erzählte: "Beim Fahnenappell kommentierte der Direktor, dass wir das Schulhaus zu einen Tollhaus gemacht hätten."

Vor den bewegenden Reden der Goldabiturienten (50 Jahre Abitur) hatte Francisceumsleiter Hans-Henning Messer die Festrede gehalten, in der er über die Schwächung des Gymnasiums durch die Einführung von Gemeinschaftsschulen sprach und auf die Geschichte des Gymnasiums einging.

Dem folgte einer der Höhepunkte: Die Verleihung des Dr. Franz Münnich-Ehrenpreises, den dieses Jahr Walter Tharan erhielt. "Seiner kriminalistischen Kleinarbeit haben wir es zu verdanken, dass all die alten Bilder wieder in unsere Aula eingekehrt sind", sagt Veronika Schimmel in ihrer Laudatio.

Bescheiden äußerte sich Tharan selbst: "Ich habe ein eher schwieriges Verhältnis zu persönlichen Auszeichnungen", und schaute auf seinen Preis, "Habe ich doch dieser Schule zu danken, für all diese vielen schönen Erinnerungen." Von denen er auch noch einige erzählte.

Zweiter Höhepunkt war die Ehrung der Absolventen von vor 50 und vor 60 Jahren und die damit verbundene Überreichung der Anstecknadeln, der sich die Reden der Ehemaligen anschlossen.

Dass man es bei der Festveranstaltung mit waschechten Francisceern zutun hatte, bewiesen die Ehemaligen gleich am Anfang, als der Kammerchor das Lied "Brüder, reicht die Hand zum Bunde" anstimmte. Das Lied, das jeder Schüler des Gymnasiums kennt, sangen alle mit.

 

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