Bei der jüngsten Stadtratssitzung behandelten die Stadträte das Thema Windenergie. Allerdings sprachen sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit darüber.

Gommern/Leitzkau/Ladeburg. Die CDU-Fraktion stellte bei der jüngsten Stadtratssitzung in Gommern einen Antrag zu Windrädern. Da der Antrag erst nach der offiziellen Einladung kam, konnten und durften die Stadträte das Thema nicht mehr öffentlich behandeln. Nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sagte Bürgermeister Wolfgang Rauls (FDP) sei dies noch möglich gewesen.

Im Kern sei es in dem Antrag daraum gegangen, keine weiteren Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Gommern zuzulassen, erklärte der Bürgermeister weiter. In den kommenden Wochen soll der Antrag allerdings in den entsprechenden Ausschüssen und in den Fraktionen besprochen werden, kündigte er an. Darauf hätten sich die Stadträte geeinigt. Unstrittig sei weiterhin, dass offenbar alle Fraktionen gegen weitere Windkraftanlagen in der Stadt seien.

Wolfgang Rauls wies allerdings auch darauf hin, dass die Stadt nicht die alleinige Planungshoheit über neue Windräder habe. Zunächst liege die Ausweisung von geeigneten Flächen zur Nutzung der Windenergie beim Land. Die Landesbehörden erstellen den Landesentwicklungsplan. Hier werden die Flächen für Windräder bestimmt. Daneben könne der Stadtrat eine politische Absichtserklärung abgeben, wonach weitere Windkrafträder unerwünscht seien.

"Ich habe mir die Karte einmal angesehen und auch die notwendigen Abstandsflächen zu möglichen Standorten angesehen", sagte der Bürgermeister. Demnach seien unter den gegenwärtigen Regelungen kaum weitere Windräder möglich, beruhigte er. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass an der Grenze zum Zerbster Raum weitere Windräder entstehen könnten. Die Stadt sei darüber informiert, dass innerhalb der Stadt Zerbst noch geplant werde, sagte er weiter.

Nach dem Regionalen Entwicklungsplan sei im Bereich Gommern alles ausgeschöpft, fügte er hinzu. Er gehe davon aus, dass zu 99 Prozent keine weiteren Windräder möglich seien.

Zunehmend empfinden die Menschen die Windkraftanlagen als störend. Ein großes Windfeld besitzt Gommern bei Nedlitz. Hier stehen die Windmühlen sehr dicht an der Wohnbebauung. Neben dem ästhetischen Eindruck sind es vor allem die Geräusche der sich drehenden Rotoren, die den Menschen nahe an den Windrädern zunehmend zu schaffen macht. Je nach Windrichtung sind die Geräusche mal stark oder weniger stark zu hören. Dennoch fürchten viele Bürger in anderen Orten um ihre Ruhe gebracht zu werden, sollten Windräder in ihrer Nähe geplant werden, weiß der Gommeraner Bürgermeister.