Zerbst. Pflegebedürftige sowie deren Angehörige haben oft Fragen, was es im Alltag zu beachten gibt, sind dankbar für Tipps und Hinweise, sachkundigen Rat.

Aus diesem Grund startete die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen-Anhalt in der vergangenen Woche eine telefonische Pflegeberatung. Unter der gebührenfreien Servicenummer (08 00) 6 07 01 10 sind AWO-Pflegeexperten rund um die Uhr zu erreichen und beraten umfassend zum Thema Pflege. Zu diesen ausgewiesenen Experten gehören die Einrichtungsleitungen aus AWO-Seniorenzentren, darunter auch Leiterin Silvia Dähne vom Seniorenzentrum am Frauentorplatz in Zerbst.

"Wir stellen unser umfangreiches Wissen nun in einem geregelten Verfahren zur Verfügung", so die Leiterin des AWO-Seniorenzentrums Zerbst. Dabei ist es selbstverständlich, dass bei der Servicenummer nicht mit einem technischen Gerät wie beispielsweise einem Anrufbeantworter gearbeitet wird. "Geschultes Personal nimmt die Anrufe entgegen und informiert uns per E-Mail. Je nach Tageszeit des Anrufes wird spätestens am folgenden Werktag der Rückruf des Experten erfolgen", erzählt Dähne. Meist wird sie diejenige sein, die zurückruft. In ihrer Abwesenheit werden Romy Specht (Mitarbeiterin Sozialer Dienst) und Kerstin Rejeb Bibani (Leiterin Pflegedienst) diese Aufgabe übernehmen.

"Immer wieder sind unsere AWO-Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen und -diensten konfrontiert mit der Unsicherheit von Betroffenen und Angehörigen, wenn es um die Finanzierung oder die Frage geht, ab wann man einen Anspruch auf einen Pflegeplatz hat", weiß Silvia Dähne aus Erfahrung. Fragen nach der Ein- und Höhergruppierung bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder auch die vorübergehende Unterbringung nach einem Krankenhausaufenthalt sind ebenfalls häufig relevant. Ebenso besteht Bedarf nach Hilfe und Beistand bei komplizierten Betreuungs- und Pflegesituationen, wie es bei der Betreuung von Demenzkranken oft der Fall sein kann.

Auch nach ausgiebiger Recherche im Internet besteht sehr hoher persönlicher Beratungsbedarf, so die Erfahrung. "Die Beratung am Telefon hat den Vorteil, dass Ratsuchende ortsunabhängig und trotzdem individuell beraten werden können."

Die Initiative ist aus dem Bemühen entstanden, sich auch als Ratgeber in Sachen Pflege zu verstehen. "Mit dem neuen Serviceangebot ermöglicht die AWO leichte Orientierung in einem Feld, das vielen als undurchdringlicher ,Pflege-dschungel‘ erscheint", erklärt Silvia Dähne.

An mehr als 45 Standorten in Sachsen-Anhalt pflegen, beraten und begleiten AWO-Mitarbeiter nahezu 3000 alte und pflegebedürftige Menschen: in Pflegeheimen, in der häuslichen Pflege, in betreuten Wohnanlagen sowie mit Angeboten zur Urlaubs-, Tages- und Kurzzeitpflege. Sie helfen bei den alltäglichen Verrichtungen, unterstützen, wenn Fähigkeiten eingeschränkt sind, und sorgen für Selbstständigkeit, wo das Leben beispielsweise durch Krankheit beeinträchtigt ist.

Weitere Informationen zur telefonischen Pflegeberatung sind im Internet zu finden:

www.awo-pflegeberatung.de