Tapfere Ritter und hübsche Burgfräulein spazierten am Sonnabend im fröhlichen Tross durch Walternienburg. Ihr Ziel war die einstige Wasserburg. Dort klang der 7. Familienwandertag der Kita "Märchenland" mit weiteren Überraschungen für die Kinder aus. Getreu dem diesjährigen Motto "Leben wie im Mittelalter" erlebten sie sogar einen echten Ritterkampf.

Walternienburg. Die Zeit der Burgen und Ritter übt auf viele Menschen eine Faszination aus. Zu ihnen gehört Jacob Hausmann. "Ich finde alles toll", erklärt der siebenjährige Walternienburger lächelnd. "Durch ihn ist die Projektidee geboren", blickt Ursula Lange zurück. Die Kita-Leiterin erzählt, wie sich die Hortkinder bereits seit Januar auf vielfältige Weise mit dem Leben im Mittelalter beschäftigten. Ab Ostern tauchten auch all die jüngeren Mädchen und Jungen, die die Einrichtung des Albert-Schweitzer-Familienwerks besuchen, in jene längst vergangene Epoche ein.

Mit dem traditionellen Familienwandertag erlebte das Projekt am Sonnabend nun seinen krönenden Abschluss. Und der zog zahlreiche Eltern samt ihrer Sprösslinge an. Sie alle wollten sich den geselligen Höhepunkt nicht entgehen lassen, bei dem verschiedene Herausforderungen und Überraschungen auf den Nachwuchs warteten. Los ging es am "Märchenland", wo sich die Steppkes dem Anlass entsprechend erstmal passend kostümierten.

Während die Jungen ein helles Gewand samt Gürtel anlegten und einen goldenen Helm aufsetzten, griffen die bereits hübsche Kleider tragenden Mädchen zu spitzen, mit glitzernden Edelsteinen und einem Schleier verzierten Hüten. Sofort hielten die Mütter und Väter die so adrett ausschauenden kleinen Ritter und Burgfräulein im Bild fest. Als die Kinder zum angestimmten Ritterlied fröhlich im Kreis tanzten, ging das Klicken der Fotoapparate weiter.

Dann gab Ursula Lange den Startschuss für die Wanderung. Im flotten Tempo spazierten die Mädchen und Jungen gefolgt von Eltern und Erzieherinnen zum Reitplatz. Bei sonnigem Wetter herrschte auf der frisch gemähten Fläche rasch ein vergnügliches Treiben. Die kleinen Burgdamen spielten Blinde Kuh und versuchten sich im Zielwerfen. Derweil schnappten sich die edlen Mini-Ritter ein Steckenpferd und galoppierten um die Wette. Die Sieger durften sich auf leckere Goldtaler freuen.

Schließlich zog der fröhliche Tross weiter zur Burganlage. Dort ließen sich die Kinder zunächst unter der mächtige Linde nieder, um der Märchenerzählerin zu lauschen, die vom örtlichen Heimatverein organisiert worden war. Gudrun Hesse aus Walternienburg las dem Nachwuchs die Geschichte eines armen Ritters vor, der tapfer einen Drachen besiegte.

Gut gelaunt erkundeten die Mädchen und Jungen danach das Gelände innerhalb der Ringmauer. Immerhin gab es da einiges zu entdecken und vor allem auszuprobieren. Bei den Walternienburger Burgschützen zum Beispiel, die den Steppkes das Bogenschießen zeigten. Regen Andrang verzeichnete ebenfalls das Bemalen von Holzschwertern, während das Basteln von Ketten und Broschen doch eher etwas für die Burgfräulein war.

Zwischendurch konnten sich Jung und Alt ganz nach Belieben stärken. Das Angebot zumindest war vielfältig. Die Eltern sorgten für saftig gegrillte Bratwürste sowie Obst und Gemüse, Gastwirtin Renate Wieske für knusprige Hähnchennuggets. Auch die duftenden Waffeln des Heimatvereins fanden rasch ihre Abnehmer.

Plötzlich zogen glänzendes Metall und ein wieherndes Pferd die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Vier stattliche Ritter alias Thomas Strauß (Walternienburg), Sven Kielmann (Dessau) sowie Stefan und Frank Celba (Barby) zogen in die einstige Wasserburg ein. Fasziniert beobachteten die Mädchen und Jungen wenig später, wie sich die Sprüche klopfenden Recken im Zweikampf maßen. Begeistert jubelten sie ihrem Favoriten zu. Sogar ein Nachwuchsritter griff in das Geschehen ein. Mit beeindruckender Stärke brachte Aron Zelent gleich drei der wackeren Männer zu Fall...

Zu guter Letzt gab es noch eine Überraschung für Jacob Hausmann: Ritter Stefan griff zum Schwert und schlug den siebenjährigen Mittelalter-Fan, der mit leuchtenden Augen vor ihm stand, zum Ritter.

 

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