Zerbst (tdr). "Wir brauchten nicht zum Sportunterricht, wenn wir zur Blutspende gingen." Susann Leue aus Zerbst hatte mit 18, während der Berufsausbildung, erstmals Kontakt mit dem Blutspendedienst des DRK. Die heute 32-Jährige hat längst keinen Sportunterricht mehr, war dennoch gestern zum 31. Mal zum Blutspenden erschienen. "Ist doch nichts dabei. Man kann schließlich ganz schnell selbst in die Situation kommen, dass man Blutkonserven braucht. Darum mach ichs", meint sei und hält ganz routiniert still, als Schwester Brigitte vom Blutspendedienst Institut des DRK aus Dessau die Kanüle setzt.

Die Spender sind "in diesem Jahr irgendwie nicht so gut drauf", meinte Peter Stoye vom Zerbster DRK zu Beginn dieses Termins. Da war es gerade 16 Uhr, die vierstündige Blutspende-Möglichkeit begann. Und zwar mit Andrang. "Schön", sagt Stoye vorsichtig optimistisch. Gemeinsam mit weiteren vier treuen Helfern nahm er die Personalien der Spender entgegen, half Erst-Spendern beim Ausfüllen der Formulare, sorgte für den Imbiss. "Es kommen weniger, und dabei brauchen wir jeden Tropfen", so Stoye.

Blutspenden ist für den 41-jährigen Zerbster Ralph Schammer längst eine gute Angewohnheit. Beim Studium seinerzeit "ist die halbe Seminargruppe geschlossen zur Blutspende eingerückt. Das war damals so. Und außerdem hat es ja auch noch ein Entgelt gegeben. Als Student hat man sich dann noch lieber Plasma abnehmen lassen, das gab noch mehr", erinnert er sich mit leisem Lächeln. Das war vor 24 Jahren, und zwischenzeitlich ist er nun bereits 29. Mal zur Blutspende gegangen.

20 Uhr dann ist Peter Stoye richtig froh. "120 Spender, das hat es ja noch nie gegeben! Rekord! Die Leute sind sensibilisiert worden durch das EHEC-Problem. Und das ist gut so."