Der Ausbau des letzten noch unbefestigten Abschnitts des Elberadwegs könnte in diesem Jahr Realität werden. Die finanziellen Mittel stehen bereit. Einzig die endgültige Zustimmung der unteren und oberen Naturschutzbehörde steht noch aus.

Zerbst l Alljährlich lenkt der Elberadweg unzählige Touristen ins Zerbster Umland. Vom Sattel aus erkunden sie die idyllische Landschaft und die vielfältigen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Von Gödnitz bis Steutz führt die fast vollständig ausgebaute Route. Nun scheint auch die Befestigung des letzten Teilstücks endlich Realität zu werden: der Lückenschluss Tochheim-Badetz-Steckby.

812000 Euro kostet der noch ausstehenden Lückenschluss

812000 Euro sind für die schon seit langem vorgesehene Maßnahme im Haushaltsplan der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst für 2012 veranschlagt. Den Zuschuss aus GA-Mitteln bezifferte Bernd Köhler auf 731000 Euro. Wie der für den Tiefbau zuständige Amtsleiter der Bauverwaltung erläutert, handelt es sich dabei um Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe (GA) "Verbesserung der regionalen Infrastruktur".

Fließen sollen die Gelder in den rund sechs Kilometer langen Abschnitt des Elberadwegs, der zwischen Badetz und Tochheim von der Landstraße abzweigt und durch den Wald nach Steckby hinüber führt. Immer wieder ist der Zustand der teilweise mit Fein- und Grobsplit überzogenen Strecke kritisiert worden. Tiefe Löcher und aufgewühlter Boden wurden bemängelt. Die vorgenommenen Ausbesserungen stellten da keine Dauerlösung dar. Erst im vorigen Jahr fand eine Instandsetzung des Weges statt, wie Bernd Köhler erzählt. Nun hofft er, dass es mit dem Projekt klappt.

Der Ausbau soll mittels Spurbahnen erfolgen und ebenfalls die Anbindung von Badetz an den Elberadweg beinhalten. Oberhalb des Friederikenberges wird der Weg zur einstigen Domäne hin abzweigen. Mit dem Vorhaben möchte man auch die lokale Wirtschaft unterstützen. So plane der Eigentümer des dortigen Ferienparks dessen Erweiterung, bemerkt der Amtsleiter.

Wie er weiter ausführt, laufen derzeit die Vorbereitungen zur Erstellung eines Nutzungsvertrages mit der Forst für den Radweg zwischen Tochheim und Steckby. Denn der Weg liegt zu 60 Prozent in der Staatsforst. Die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf die inzwischen zur Stadt Zerbst gehörenden Ortschaften Hohenlepte, Steutz und Leps sowie einige Privatanlieger.

Rund 155 000 Fernradler nutzen alljährlich den Elberadweg

Bevor das Projekt allerdings tatsächlich in Angriff genommen werden kann, müssen erst noch die untere und obere Naturschutzbehörde zustimmen. Sollten von dort Auflagen kommen, will die Stadt diese schnellstmöglich erfüllen. Für eine eventuelle Erweiterung der Vogelstudie ist sie beispielsweise gewappnet. Sollte es keine Einwände geben, könnte Mitte des Jahres mit dem Ausbau begonnen werden. Dann wäre der Elberadweg im Gebiet der Einheitsgemeinde durchgehend befestigt - eine Investition, die sich lohnt. Das beweist die Statistik.

Rund 155000 Fernradler werden alljährlich auf der Strecke gezählt. Und diese geben durchschnittlich 600 Euro pro Person für einen Radurlaub aus. Außerdem lockt die Strecke zunehmend Pedalritter aus dem Ausland an. Das spiegelt sich ebenfalls in der Saisonauswertung der Radfahrerkirche Steckby wieder, die neben Schweizern und Tschechen Besucher aus den Niederlanden und Österreich auflistet. Als Wirtschafts- und Tourismusfaktor ist der Elberadweg nicht zu unterschätzen. Zumal die rund 860 Kilometer lange Route zwischen Sächsischer Schweiz und Nordsee 2011 bereits das siebente Mal in Folge zum beliebtesten deutschen Fernradweg gekürt wurde. Auch bei den Reisezielen steht sie an vorderster Stelle.