Zerbst. Als Cornel Dompke am Samstagmorgen vor seinem Friseur-Salon auf der Alten Brücke auftauchte, konnte er den Anblick nicht fassen. "Hundekot überall, fast 20 Zentimeter im Durchmesser", beschrieb er das Bild. Nicht das erste Mal, dass Hundebesitzer den Kot ihrer tierischen Freunde einfach ignorierten.

"Das geht schon eine ganze Weile so. Immer wenn ich morgens in den Laden komme, liegen die Haufen genau davor", beschwert sich der Friseur. Um seinen Kunden dennoch ein vernünftiges Ambiente zu präsentieren, erledigt er schweren Herzens die Reinigungsarbeiten selbst. "Es ist absolut eklig, aber was soll ich machen. Nur, wenn die Haufen bereits breit getreten sind, krieg ich sie nicht mehr weg. Besen und Handfeger wären dann ruiniert."

Doch nicht nur die Stelle direkt vor dem Laden, sondern auch der Zugang zum Parkplatz scheint ein Lieblingsort für Hunde zu sein. "Das ist eine Fußgängerzone und die sollte doch wenigstens gut aussehen. Zerbst will attraktiver werden, doch so wird es das nie", äußert der Friseur seinen Unmut.

Und dabei weiß er, wovon er spricht. "Ich habe selbst einen Hund und schaffe es, seinen Kot zu beseitigen. Warum machen das nicht alle?", fragt er sich verwundert. Dabei sollte, nach Meinung des Friseurs die Stadt ihren Teil dazu beitragen. "Jede größere Stadt lässt ein Reiningungsfahrzeug durch die Fußgängerzonen fahren, in Zerbst hab ich so etwas noch nie gesehen", sagt Dompke.

Hundekot bleibt ein Problemthema in Zerbst. "Der Verwaltung täglich Brot ist und bleibt der Hundekot", ist ein geflügeltes Wort, auf das Orndungsamtsleiterin Margit Krick verweist.

Im November vergangenen Jahres hatte der Zerbster Stadtrat zum wiederholten Mal die hier von Karl-Heinz Wallwitz (UWZ) beantragte Aufstellung von Hundetoiletten abgelehnt. Gleichzeitig hatte es Verwaltungsvorschläge gegeben, die zum Teil umgesetzt wurden oder werden.

Dazu gehören die Kontrollen der Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes, die teilweise auch außerhalb der regulären Dienstzeiten – zu Hundeausführzeiten – durchgeführt wurden. Verstöße gegen die Festlegungen der Gefahrenabwehrverordnung zur Beseitigung des Hundekots können nur geahndet werden, wenn sie festgestellt werden. Dabei, sagt Margit Krick, sei die Verwaltung "unbedingt auf die Mitwirkung der Bevölkerung angewiesen. Wenn niemand einen Verstoß anzeigt und gleichzeitig bereit ist, als Zeuge zur Verfügung zu stehen", sei es fast aussichtslos, eine Ahndung zum Erfolg zu führen.

Daneben sehen die Ordnungsamtmitarbeiter ihre Aufgabe in der "ständigen Sensibilisierung der Hundehalter". Dazu gehöre die direkte Ansprache. Die Außendienstler haben zudem Hundekot-Tüten dabei. Wie ebenso ein neu erarbeitetes Informationsblatt zum Verteilen. Es gibt Auskunft über Regelungen zur Hundehaltung in der Stadt Zerbst einschließlich ihrer Ortsteile. Natürlich auch in Sachen Hundekot.