Südlohn/Güterglück. Die Bürgerinitiative Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz Südlohn hat am Donnerstag-abend zu einer weiteren Bürgerversammlung zum Thema "Biogasanlage in Südlohn" eingeladen. Neben einem Biogasanlagenhersteller aus Vreden äußerten sich sowohl die Landtagskandidaten als auch drei ortsansässige Landwirte zur geplanten Anlage.

Extra aus Güterglück angereist war Rainer Schmidt. Eine mit der im nordrhein-westfälischen Südlohn geplanten vergleichbaren Biogasanlage steht in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Haus in der Bahnhofstraße. "Seit zehn Jahren schon wohne ich da", erzählte er in seinem Vortrag. "Ich habe den Bau der Anlage im Jahr 2007 miterlebt und seit 2009 ist sie fertiggestellt." Geruchs- und Lärmbelästigungen seien an der Tagesordnung und beeinträchtigen das alltägliche Leben, schilderte er die Situation. "Die Motoren der drei Fermenter höre ich nachts arbeiten. Ich habe keine große Hoffnung, dass es besser wird", erklärte Rainer Schmidt.

In Südlohn plant die RWE Innogy GmbH den Bau einer zehn Megawatt-Biogasanlage, die rund 2 500 Haushalte rund um die Uhr mit Gas versorgen soll. Als Substrate werden zu 90 Prozent Gülle und Güllefeststoffe eingesetzt – insgesamt 200 000 Tonnen. Die verbleibenden zehn Prozent sollen aus sogenannten Zwischenfrüchten, beispielsweise Sonnenblumen oder Gras, bestehen. Um das zu verhindern, hat sich im Februar eine Bürger initiative gegründet, die an den Erfahrungen der Güterglücker interessiert ist.

(*Münsterland Zeitung)