Zur vierten Gedenkfeier zur Ehrung der Kriegstoten des Kriegsgefangenenlagers Stalag XI-A hatte am Sonnabend der "Förderverein Gedenkstätte Kriegsgefangenenlager und Sammlung Truppenübungsplatz Altengrabow" eingeladen. Außerdem wurde an das Kriegsende vor 65 Jahren erinnert.

Dörnitz/Altengrabow. Die vierte Gedenkfeier war die erste in der noch jungen Geschichte des Fördervereins, an der Kränze am neuen Gedenkort an der Bergstraße in Dörnitz niedergelegt wurden. "Begegnungen mit ausländischen Angehörigen haben gezeigt, dass es richtig war, diesen Gedenkort zu errichten", sagte Fördervereinsvorsitzende Christel Kitschke. Und inzwischen ist die Erforschung der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Stalag XI-A zu einem Forschungsobjekt an der Otto von Guericke-Universität Magdeburg erhoben worden. "Die heutige Gedenkfeier mit dieser Resonanz ist nicht nur eine hohe Wertschätzung, sondern auch Ansporn für unseren Verein", so Christel Kitschke. Und so wurde nach der Kranzniederlegung eine Informationstafel enthüllt, die erste Auskünfte über das Stalag XI-A, den Gedenkort und den Förderverein gibt. Künstler Michael Krenz, der schon den Gedenkort entworfen hatte, kam die Idee zu dieser Informationstafel. Diese entstand aus einem Käfig, anknüpfend an das Eingesperrtsein in diesem Lager.

Dieter Steinecke, Präsident des Landtages von Sachsen-Anhalt, machte deutlich, dass "bewusst dieser Platz zur Ehrung der Kriegstoten gewählt wurde". Zwischen 1939 und 1945 lag die jährliche Lagerstärke im Stammlager in Altengrabow bei 42 000 bis 62 000 Kriegsgefangenen. "Deshalb müssen wir gemeinsam daran arbeiten, dass Stalag XI-A zu erforschen", so der Landtagspräsident.

Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt, mahnte an, dass "die Vergangenheit nicht verdrängt und verleugnet werden darf". Dies sei staatsbürgerliche Pflicht und "dazu brauchen wir auch Gedenkorte". Gedenkstätten wie die in Dörnitz/Altengrabow helfen, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Unter dem Eindruck der Gedenkfeier versprach Rainer Robra sich dafür einzusetzen, dass die Gedenkstätte in die Gedenkstättenliste des Landes aufgenommen wird.

Landrat Lothar Finzelberg zeigte sich dankbar, dass "sich heute viele um die Aufarbeitung der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers kümmern". Er forderte die jungen Leute zum Kampf für Demokratie und Freiheit auf. "Kriegsgräberstätten sind die größten Prediger des Krieges" so der Landrat und machte deutlich, dass der Weltfrieden nur das gemeinsame Wirken aller Staaten sein kann.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier durch Trompeter Thilo Hinkfoth aus Hohenwarthe.

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