Über Beziehungen und Erfahrungen, die den Reiz des Lebens ausmachen, schreibt der Burger Autor Klaus-Dieter Vogt in seinen Texten. Sein Buch "Wagnis" stellte er in der Gommeraner Stadtbibliothek einem aufgeschlossenen Publikum vor.

Gommern. Dem Schreiben stand Klaus-Dieter Vogt nie abgeneigt gegenüber. Für den Schritt zum ernsthaften Autor brauchte es vor drei Jahren jedoch ein besonderes Erlebnis. In Magdeburg nahm er an einem Theaterprojekt teil. Zum Schlafen, Dösen, Träumen, Zuhören vorgelesener Texte trafen sich lauter unbekannte Menschen und verbrachten in einem großen Saal in provisorischen Betten eine Nacht zusammen. Klaus-Dieter Vogt hielt die Nacht in einem Text fest. Sein "Einstieg", wie er ihn nennt.

Hat er sich das wirklich nicht ausgedacht? Wirklich nicht? Das Publikum in der Gommeraner Stadtbibliothek fragte mehrmals nach. Er habe das wirklich erlebt, bekräftigte Klaus-Dieter Vogt.

Liegen erst einmal fertige, gelungene Texte im Schubfach, ist der Wunsch nach einem eigenen Buch nicht fern. Klaus-Dieter Vogt lernte die Künstlerin Annette Friedrich Spill kennen. Dass sie etwas gemeinsam auf die Füße stellen wollen, sei schnell klar gewesen. "Aber es haben uns alle nur Angst gemacht", erinnerte sich der Autor zurück. Ein eigenes Buch? Dafür einen Verlag zu finden, sei doch aussichtslos.

Klaus-Dieter Vogt und Annette Friedrich Spill wurden dennoch fündig. Für "Wagnis" kombinierten sie Bilder der Malerin und Texte des Autors. "Das waren die spannendsten Stunden der Buchentstehung", erinnerte sich Klaus-Dieter Vogt. Heute würde die Zusammenstellung wahrscheinlich ganz anders aussehen.

Der Burger trug kürzere und längere Texte aus "Wagnis" vor. Beziehungen und Abschied sind die großen Themen, mit denen er sich auseinandersetzt. Er beschäftigt sich mit dem Zauber von "Samstagen", erkundigt sich bei "Unverständnis" und hakt nach, was es mit "Trinkgefäßen", insbesondere dem Kaffeebecher für das Büro auf sich hat. "Danke" richtet sich an alle Wegbegleiter, die ihm geholfen, inspiriert haben. So sammelt sein zweites Buch "Leben" insbesondere Texte, die an Freunde und Bekannte erinnern. Im Innenteil findet sich ein Kapitel, das der Frage nachgeht "Was ist Glück?" Klaus-Dieter Vogt befragte Bekannte, aber auch Passanten in der Magdeburger Innenstadt. "Ich dachte, ich bekomme eine Drei auf dem Zeugnis, und dann war es eine Zwei", beschrieb beispielsweise ein achtjähriger Grundschüler sein Glück.

Mal nicht in Buchform sondern in schmückenden Zigarrenkisten hat Klaus-Dieter Vogt seine jüngsten Texte herausgebracht. Seit rund einem Jahr schreibt der Burger Kurzgeschichten. Er nimmt regelmäßig an den Schreibrunden in der Kreisstadt teil. Das wichtigste ist und bleibt für ihn: "Ich schreibe, weil es mir Spaß macht." Das Publikum fand an seiner Lesung ebenfalls Vergnügen.