Zerbst. Die Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) und die Gasstadtwerke Zerbst (GSZ) erhöhen den Erdgaspreis. Während der Grundpreis in allen Tarifen gleich bleibt, erhöht sich der Arbeitspreis um jeweils netto einen halben Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) Erdgas.

Grund für die Preiserhöhung ist die seit Monaten angespannte Situation auf dem Beschaffungsmarkt. "Zugunsten unserer Kunden haben wir die Preise in der zu Ende gegangenen Heizperiode mit großen Anstrengungen stabil auf niedrigem Niveau gehalten. Nunmehr sind wir jedoch gezwungen zu reagieren", erklärt EMS-Geschäftsführer Jens Brenner. Die EMS versorgt im Auftrag der Gasstadtwerke Zerbst auch in der Region Zerbst Kunden mit Erdgas. "Die Preise werden ganz maßgeblich von den Großlieferanten vorgegeben", ergänzte EMS-Sprecher Frank Sieweck auf Volksstimme-Nachfrage. Kursschwankungen wie auch die internationale Nachfrage hätten Einfluss auf die Einkaufspreise, und "natürlich auch die nachgefragte Menge. Wir sind da eher ein kleiner Kunde", so Sieweck.

Im vergangenen Jahr konnten beide Unternehmen den Arbeitspreis insgesamt dreimal senken, zuletzt zum 1. November 2009 um netto 0,40 Cent pro Kilowattstunde. Zusätzlich wurde den EMSGas/GSZGas-Kunden in den Monaten November und Dezember 2009 sowie im Januar 2010 ein Winterbonus von weiteren 0,40 ct/kWh (netto) gewährt. Bei einem Jahresverbrauch von 20 000 kWh ergab sich dabei zwischen November 2008 und Januar 2010 insgesamt ein durchschnittlicher Kundenvorteil von rund 420 Euro netto.

"Wir sind uns im Klaren darüber, dass jegliche Preiserhöhung für unsere Kunden eine Belastung darstellt. Mit der Verlagerung in den Sommer möchten wir diese jedoch möglichst minimieren", so Brenner weiter. Nunmehr wird der Arbeitspreis für den Bezug von Erdgas um 0,5 ct/kWh netto erhöht. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20 000 kWh – entspricht dem Verbrauch einer dreiköpfigen Familie – bedeutet dies eine Mehrbelastung von rund 100 Euro netto pro Jahr im Vergleich zum bisherigen Preis. Tatsächlich hat der Arbeitspreis damit in etwa das Niveau vom Oktober 2009 erreicht.

Brenner offeriert zum Zeitpunkt der Preisänderung auch ein neues Festpreispaket. "EMSgas fix und GSZgas fix laufen über insgesamt 26 Monate" und bescheren über diese Zeit einen stabilen Preis. Der Geschäftsführer betont, dass EMS und GSZ auch in Zukunft positive Marktentwicklungen wieder an die Kunden zurückgeben werden. Man hoffe, auch während der Heizperiode 2010/11 erneut mit dem Winterbonus zu arbeiten, so Sieweck.

Die Erdgas Mittelsachsen GmbH versorgt in den Altkreisen Schönebeck, Zerbst und Staßfurt über ihr Netz rund 35 000 Kunden mit Erdgas.

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