Knapp 15 Monate nach dem offiziellen Baubeginn ist das Generationenhaus am Markt gestern Nutzern und Öffentlichkeit übergeben worden. "Sie werden die Gebäude nicht wiedererkennen", hatte BWZ-Geschäftsführer Wolfgang Stark bei der Vorstellung des Projektes im Sommer 2007 angekündigt. Und hat recht behalten.

Zerbst. Ein paar graue Haare, die hat er Karsten Gebhardt schon eingebracht, dieser "anstrengende, anspruchsvolle, aber auch einzigartige" Bau am Zerbster Markt. Sein Planungs- und Ingenieurbüro sowie das Bauingenieurbüro Götz haben für Planung und Baubetreuung dieser städtebaulich modellhaften Wandlung von mangelhafter DDR-Plattenbausubstanz in, wie es beim offiziellen Baustart im Februar 2009 hieß, kleinteiligere Bauhaus-nahe Architektur verantwortlich gezeichnet.

Sie hatten es zu tun mit Bauten aus den 1980er Jahren, die sie forderten in ihrem im Vorfeld nicht durchweg absehbaren "abenteuerlichen" Zustand. Setzten Innovatives um, wie die Veränderung des gesamten Erdgeschossbodens, um auf Hof- und Marktplatzniveau zu kommen. Die technische Umsetzung, die organisatorische und der lange harte Winter – sie beschreibt Karsten Gebhardt als die besonderen Herausforderungen dieses Projektes der BWZ-Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst mbH.

Das Wetter nennt auch BWZ-Geschäftsführer Wolfgang Stark als Hauptgrund, dass aus dem geplanten einen Jahr Bauzeit 15 Monate wurden. Vor allem aber dankt er allen, die die Fünf-Millionen-Euro-Investition "von Anfang an begleitet haben" – von den allerersten Gesprächen im Jahr 2005 über den Abriss des "Blocks 38" 2006, die Beteiligung am städte- und wohnungsbaulichen Landeswettbewerb … – bis zum gestrigen offiziellen Abschluss.

Das Generationenhaus möchte "nicht nur in Funktionalität, sondern auch in Charakteristik und Architektur bestechen sowie Menschen jeder Generation die Chance auf modernes Wohnen mit Lebensqualität eröffnen". Energieeffizienz, Barrierearmut und Nachhaltigkeit waren für die BWZ dabei von Beginn an wesentliche Schwerpunkte.

Und von Beginn an war Sachsen-Anhalts Bauminister Karl-Heinz Daehre (CDU) ein wesentlicher Partner und Begleiter des Projektes am Zerbster Markt. Im April 2007 stand er mit BWZ- und Stadtvertretern vor Ort, um über Möglichkeiten der Förderung für den Gebäudeumbau und auch die Platzneugestaltung zu reden. Im Februar 2008 überbrachte er den Fördermittelbescheid für die BWZ. Ein Jahr später gab er den offiziellen Baustart fürs Generationenhaus-Projekt.

Gleich mehrfach erinnerte er gestern – natürlich als Gast der Einweihung – an damals Gesagtes. Daran, dass nach aller Diskussion um ein Projekt irgendwann auch gebaut werden sollte. Das haben die Zerbster getan und genauso auch den Ministerrat um "Mut zur Farbe" befolgt. "Was hier entstanden ist, kann und sollte man sich anschauen", verwies er auf eine Beispielwirkung "auch für andere Städte Sachsen-Anhalts". Er würdigte ebenso, dass das Haus nicht nur Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sondern ebenso jungen Familien attraktiven Wohnraum biete.

Etwa 70 Prozent der Wohnungen sind zur Einweihung vermietet sowie an die 50 Prozent der Gewerbeflächen.

   

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