Der Fördermittelbescheid liegt vor. Der Haushaltsplan ist genehmigt. Der Vertrag kann unterzeichnet werden. Einer Erschließung von Lindau fürs schnelle Internet steht nichts mehr im Weg. Im ersten Quartal 2011 soll der Ausbau des Breitbandnetzes abgeschlossen sein. Das war auf der Informationsveranstaltung am Mittwochabend zu erfahren.

Lindau. Gut 50 interessierte Lindauer fanden sich vorgestern Abend im Feuerwehrgerätehaus ein. Ortsbürgermeister Helmut Seidler begrüßte die Anwesenden zu der Informationsveranstaltung, "die wir uns eher gewünscht hätten". Der Weg zum DSL-Ausbau sei eine "langwierige Kiste" gewesen. "Doch heute ist es endgültig wahr geworden. Es gibt den Zuwendungsbescheid", bezog er sich auf die beantragten Fördermittel. Zugleich hoffte er, dass der am 28. April vom Zerbster Stadtrat beschlossene Haushaltsplan für 2010 bald genehmigt ist und damit dann auch alle erdenklichen bürokratischen Hürden überwunden sind.

Da sich Helmut Seidler nach seinen kurzen Einführungsworten wegen eines anderen Termins entschuldigen musste, hörte er nicht mehr die positive Nachricht, die Bernd Köhler verkündete. "Die Genehmigung des Haushalts ist da", informierte der Breitband-Verantwortliche der Stadt Zerbst. Der Etat müsse nur noch im Amtsblatt veröffentlicht werden – das soll in der nächste Woche erscheinenden Ausgabe passieren – dann könnte der Vertrag mit der Telekom unterzeichnet werden. Das Unternehmen hat die Ausschreibung gewonnen und sich gegen drei Mitanbieter durchgesetzt, wie Bernd Köhler darlegte.

Er bezifferte die Gesamtkosten für die Erschließung von Lindau auf 486 000 Euro. Der just am Donnerstag eingetroffene Fördermittelbescheid bewilligt einen Zuschuss in Höhe von 424 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Konjunkturpaket II und fließt im Rahmen des Zukunftsinvestitionsgesetzes des Bundes. Der Eigenanteil der Kommune beläuft sich damit auf 62 000 Euro.

Das DSL-Projekt sieht in der ersten Ausbaustufe für Lindau eine flächendeckende Leistung von 16 Megabit pro Sekunde vor. In der nächsten Stufe ist dann je nach Bedarf eine Bandbreite bis zu 50 Megabit möglich, wie Joachim Fricke ausführte. Der Diplom-Ingenieur ist bei der Telekom für den Breitband-Ausbau in Sachsen-Anhalt zuständig.

Er erläuterte den Anwesenden, dass das vorhandene Glasfasernetz umgebaut werden muss. Fast 5 000 Meter Kabel nebst Rohren müssten verlegt und vier Verteilerstationen errichtet werden. Die Bauzeit betrage laut Vertrag zwölf Monate. "Wir werden dieses Jahr mit dem Bau beginnen", informierte er, dass die Maßnahme im ersten Quartal 2011 abgeschlossen sein soll. Ein Inge nieurbüro von außen nimmt das Breitbandnetz ab.

Installationsgebühr fällt nicht an

Auf die Nachfrage von Ortschaftsrat Volker Schub, der die Versammlungsleitung übernommen hatte, erklärte Joachim Fricke, dass sich die Schachtarbeiten nur auf die Gehwege erstrecken. "Wir müssen nicht ins Haus", betonte er. Die vorhandenen Hausanschlüsse müssen nur auf das neue Breitbandnetz umgeschaltet werden. "Da werden sie rechtzeitig informiert", bemerkte er. Dabei kann auch der eine der zwei kleinen grauen Kästen im Haus entfernt werden, der dann nicht mehr benötigt wird. "Wer kein DSL möchte, kann den analogen Anschluss behalten", ging Joachim Fricke auf eine weitere Bürgerfrage ein.

Bezüglich der tatsächlichen Internetleistung hakten die Lindauer genauso nach wie nach der Anzahl der verfügbaren DSL-Zugänge. Diese könnten jederzeit aufgestockt werden, versicherte Joachim Fricke, der zugab, dass man in den Randbereichen der Stadt vielleicht nur mit 12 Megabit im Internet surfen kann.

Der Richtfunkvariante, die bereits in Buhlendorf, Strinum und Zernitz zum Einsatz kommt, seien Grenzen gesetzt, gab Volker Schub zu bedenken. Der Anschluss über die kleine Außenantenne ermöglicht derzeit nur Geschwindigkeiten bis zu 3 Megabit.

Im Gegensatz zu einem solchen Funkzugang fällt für die Lindauer keine Installationsgebühr an. Erst für die DSL-Nutzung muss gezahlt werden. Zu den Angeboten und Tarifen wird die Telekom noch eine separate Bürgerversammlung in Lindau durchführen, wie Joachim Fricke mitteilte. "Es wäre natürlich schön, wenn sie bei uns bleiben. Sie können aber auch einen anderen Anbieter wählen", fügte er hinzu.

Zu guter Letzt versprach Joachim Fricke nicht nur zu prüfen, welche Internetleistung in Quast möglich ist. Die Breitband-Erschließung erstreckt sich nämlich allein auf die Kernstadt Lindau und nicht auf ihre Ortsteile. Der Telekom-Mitarbeiter bot auch an, noch auftauchende Fragen zu beantworten. Wer noch Fragen zu seinem konkreten DSL-Zugang habe, könne diese über Helmut Seidler an ihn weitergeben.