28 Skimmingopfer aus der Region Zerbst haben sich bis Freitagmittag bei der Polizei gemeldet und Anzeige erstattet. Unbekannte Täter hatten zuvor an manipulierten Geldautomaten in der Zerbster Filiale der Dresdner Bank ihre Pins ausgespäht und Einzelbeträge von bis zu 2000 Euro im Ausland abgehoben.

Zerbst. Wie hoch der Gesamtschaden des aktuellen Skimmingbetrugs in Zerbst ist, kann Michael Däumich, Pressesprecher des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld, nur schätzen. Zwischen 10 000 und 20 000 Euro ist seine Vermutung. Doch genau weiß er es nicht, da die bisherigen 28 Betrugsopfer wohl nur ein Zwischenstand sind. "Es ist noch kein Ende abzusehen. Es melden sich noch immer neue Opfer bei uns", so Däumich.

So viel ist bisher sicher: Ein oder mehrere Täter haben in der Dresdner Bank-Filiale Geldautomaten manipuliert. "Entweder haben sie eine falsche Tastatur über die eigentliche Tastatur des Automaten geklebt oder den Kartenslot manipuliert", so Däumich. Bei der Untersuchung der Automaten konnte die Polizei keine Anbauten der Täter finden. "Allerdings gleicht dieses Muster frühreren Skimmingfällen, die in unserem Landkreis im Februar und März auftraten." Schließlich hoben die Kriminellen Einzelbeträge von bis zu 2000 Euro an Automaten in der tschechischen Republik ab, überwiegend in Prag.

"Die Technik, die diese Menschen einsetzen ist so ausgefeilt, dass die Manipulationen mit dem bloßen Auge fast nicht feststellbar sind", sagt der Polizei-Pressesprecher. Die Kameras, mit denen die Verbrecher die Eingabe der Pin-Nummern filmen, hätten zum Teil die Größe eines Stecknadelkopfes. "Deshalb rate ich Bankkunden dazu, die Pineingabe immer mit etwas zu überdecken", rät Däumich. Dies könnten Kontoauszüge oder einfach die andere Hand sein. "Das ist das beste Mittel." Auch sollte der Kunde auf Klebereste in Höhe der Tastatur und der Kartenslots achten. "Fällt ihm da etwas merkwürdiges auf, sollte sofort ein Bank-Mitarbeiter unterrichtet werden."

Auch wenn Schaden entstanden ist, sollte möglichst schnell reagiert werden. Skimming-Opfer sollten zur Polizei gleich einen Kontoauszug mit den fraglichen Transaktionen mit- bringen, um eine schnelle Bearbeitung zu ermöglichen.

Tobias Scharch, Pressesprecher der Dresdner Bank, sagte gestern allen Kunden, die diesem Betrug zum Opfer gefallen sind, schnelle Hilfe zu. "Die Betroffenen sollten sich schnellstmöglich in ihrer Filiale und bei der Polizei melden", so Scharch. "Den Kunden entsteht kein Schaden", betonte er. Die Dresdner Bank werde den Schaden zu 100 Prozent ersetzen.

Im Falle der Kreissparkasse Anhalt-Bittelfeld gebe es eine sogenannte Reklamationsbearbeitung, die solche Betrugsfälle aufnimmt. "Dort wird dann das Verschulden überprüft", erklärt Andreas Czaja, Pressesprecher der Kreissparkasse. Die Karte wird gesperrt. Kann der Kunde nachweisen, die Abbuchung nicht grobfahrlässig verursacht zu haben, erhält er den Schadensbetrag zurück.

Ähnlich handhabt auch die Volksbank Dessau-Anhalt solche Fälle. "Es reicht zu belegen, dass der Kunde zur Zeit der Tat nicht im Ausland war und wir helfen ihm schnell und unbürokratisch und erstatten das Geld zurück", erklärt Bernhard Kau, Leiter der Datenverarbeitung bei der Volksbank Dessau-Anhalt.