Was für ein Glück hatten die Mitglieder des Heimat- und Backofenvereins Garitz/Kleinleitzkau am Sonnabend mit dem Wetter. Das tradi-tionelle Backofenfest auf dem Festplatz erfreute sich eines regen Zuspruchs.

Garitz. Das traditionelle Garitzer Backofenfest ging am Pfingstsonnabend in seine 24. Auflage. Erstmalig wurde der Festplatz auf der Wiesenfläche hinter dem Kulturhaus eingerichtet. Schon am Donnerstag hatten die Mitglieder des Heimat- und Backofenvereins Garitz/Kleinleitzkau und ihre Helfer mit dem Aufbau begonnen.

Am Tag vor dem Fest ist es Tradition, dass die Kinder aus dem Dorf von Haus zu Haus ziehen und Zutaten für die Backwaren zusammen sammeln. Der Backofen wird angeheizt und schon mal die erste Pizza nicht nur für die Kinder gebacken. Zu einem gemütlichen Abend treffen sich die Mitstreiter.

Richtig ernst wurde es dann am frühen Sonnabendmorgen. Um 3 Uhr begann Alexander Reich mit dem Heizen des Ofens. "Um 4 Uhr war dann die Crew hier", erzählte der Backofenchef des Vereins. Zur Crew gehören sechs bis zehn Leute, die rund um den Ofen beschäftigt sind.

300 Kilogramm Brotteig und 120 Kilogramm Teig für Speckkuchen und Pizza von der Zerbster Bäckerei Handrich wurden in diesem Jahr verarbeitet. Der Brotteig wird von der Backofencrew gewürzt, der Teig auf den Blechen mit den gesammelten Zutaten für die Pizzen belegt, die Mischung für die Speckkuchenschicht bereitet. In zwei Gängen wurden je 100 Brote gebacken. 20 Bleche Speckkuchen und 15 Bleche Pizza kamen am Ende aus dem Ofen.

Mindestens 250 Grad braucht es zum Brotbacken im Ofen, für den Rest kommt es darauf an, die Temperatur über 200 Grad zu halten. "Das sind alles gefühlte Werte", erläuterte der Ofenmeister – ein Thermometer gibt es nicht. Aber Alexander Reich hat alles im Griff, schiebt die Bleche routiniert in das dunkle Loch, dreht die Bleche von Zeit zu Zeit, übergibt die fertigen Backwaren an seine Handlanger.

Zu DDR-Zeiten wurde das Backofenfest direkt vor dem Dorfbackofen gefeiert, doch dafür reicht der Platz an der Durchgangsstraße längst nicht mehr aus. Seit 1994 findet das Fest am Kulturhaus statt, so Wolfgang Grube, der Vorsitzende des Heimat- und Backofenvereins, der an die 40 Mitglieder zählt. Die Brote und Bleche werden per Feuerwehrtransporter vom Ofen zum Festplatz gefahren, wo sie den Besuchern angeboten werden. Aber auch Durchreisende können sich noch direkt am Backofen ihr Brot mitnehmen.

Bis etwa 18 Uhr hat Alexander Reich am Backofen zu tun, während auf dem Festplatz ein buntes Treiben herrscht. Unterm Festzelt und davor sitzen die Leute, um den Zerbster Blasmusikanten zuzuhören. Sie genießen Kaffee und Kuchen und die herzhaften Sachen von der Pizza bis zum Wildschwein vom Spieß.

Abwechslung ist für die Kinder gesorgt. Spaß machen zwei Clowns mit ihnen, sie können sich schminken lassen oder bekommen Luftballontiere. Eine Hüpfeburg lädt zum Toben ein. Kreativ können die kleinen Festbesucher an einer Bastelstraße tätig sein. Nicht nur für die Kinder hat Reinhard Willno seine beiden Pferde Bella und Marie an diesem Nachmittag angespannt. Mit Jung und Alt unternimmt der Garitzer Kremserfahrten durch das Dorf.

Rund um Garitz herum führte im Rahmen des Backofenfestes auch eine Kräuterwanderung. 26 Leute hatte Ortsbürgermeister Mario Rudolf gezählt, die sich von der Stärkefabrik aus in Bewegung gesetzt hatten. Das frische Brot aus dem Backofen sollte anschließend gut zum Kräuterquark passen.

Der Nachmittag war gut besucht, zeigte sich Wolfgang Grube mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden. In das Backofenfest sind ganz viele Leute aus Garitz und Kleinleitzkau integriert, machte er deutlich. Darauf kann der Vereinsvorsitzende stolz sein. Er richtet seinen Dank an alle Vereinsmitglieder und auch die Nichtmitglieder, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Backofenfestes geholfen haben. Im nächsten Jahr soll mit der 25. Auflage Jubiläum gefeiert werden.

Zum fünften Mal war nun auch schon die Gruppe "Tänzchentee" zu Pfingsten in Garitz mit von der Partie, um für ein abendliches Tanz- und Partyvergnügen zu sorgen. Der "Garitzer Dreikampf" fand zum zehnten Mal statt. Wie sich die elf Teilnehmer im Bierglashalten, Bierfassweitwurf und Bierglasschieben maßen, lesen sie in einer der nächsten Ausgaben.

   

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