Mit der Heide und demnächst dem Zerbster Markt hat die Stadt zwei prägende innerstädtische Bereiche neu gestaltet. In diesem Jahr soll das Gelände dazwischen, die Schleibank mit ehemaligem Spielplatz und Bushaltestelle, neu beplant werden. Die Gestaltung soll 2011 erfolgen.

Zerbst. Weit mehr als bloßer Lückenschluss soll die Schleibank künftig sein. "Wir wollen gern die städtebaulich neu angelegten Bereiche der Heide und des Marktes gekonnt miteinander verbinden. Dabei sollen historische Bezüge gewahrt bleiben, zugleich heutigen Erfordernissen in diesem innerstädtischen Kernbereiches Rechnung getragen werden", erklärt Bernd Köhler, der Leiter Bauverwaltung im Zerbster Rathaus.

Bereits vor Jahren hatte der Stadtrat darauf gedrungen, die sehr funktionale und gar nicht schöne Schleibank mit ihren "Anliegern" – der Bushaltestelle und dem Spielplatz – neu zu gestalten. Es gab daraufhin zum einen den Beschluss, den maroden Spielplatz nicht an dieser Stelle zu ersetzen. Zum anderen gab es Gespräche mit dem für den öffentlichen Personennahverkehr zuständigen Reiseunternehmen Vetter GmbH. "Es war Intention der Stadt, die Bushaltestelle völlig aus diesem Bereich zu entfernen. Man hatte damals vorgeschlagen, die Busse in die Schleibank hinein zu schicken oder auch den Markt oder die Brüderstraße zu nutzen. Das Busunternehmen konnte belegen, dass die werktags über 45 Busse an keiner dieser Stellen tatsächlich ordentlich halten können. Daher wird zwischenzeitlich am Standort der Bus-haltestelle auf der Schleibank nicht mehr gerüttelt", so Köhler.

Aber sie kann und soll anders gestaltet werden. Die kantigen tintenblauen Blechhäuser mit ihren verschmierten "Fassaden" als Vordergrund zur Kirchenruine von St. Nicolai bieten tatsächlich keinen sonderlich schönen Anblick. 2010 soll das Problem nun angegangen werden, wenn der gesamte Bereich neu beplant und 2011 gestaltet werden soll.

Voraussichtlich in der zweiten Juni-Woche wird Köhler Vertreter von vier Planungs- und Architekturbüros einladen. Sie sollen eigene Gestaltungsideen entwickeln und voraussichtlich im September dem Bau- und Stadtentwicklungsausschuss vortragen. Der Fachausschuss wird daran anschließend einen der vier als Favoriten für den Planungsauftrag der Stadt vorschlagen. "Es wird aber keinen Gestaltungswettbewerb im bisherigen Sinne geben, wo jeder, der sich beteiligt, auch entlohnt wird. Am Ende der Vorträge steht nur für einen der vier der Planungsauftrag als Lohn."

In die Gestaltungsplanung ausdrücklich einbezogen wird auch das direkte Umfeld von St. Nicolai, während die Salzstraße als Grenzkante der Planung ausdrücklich ausgeschlossen wird. "Es geht um die Bereiche rund um St. Nicolai, um die Spielplatz-Fläche, um den Bushaltebereich und um die Schleibank mit ihren Anwohnerparkmöglichkeiten und den Zuwegungen zum Mehrgenerationenhaus, zum Markt und zur Bäckerstraße hinüber." Insgesamt sind das rund 4700 Quadratmeter Fläche.

Das so bezeichnete Gelände umfasst neben städtischen Flächen auch Gebiete der Kirchgemeinde, das sich in der Nutzung durch den Förderkreis St. Nicolai befindet. "Uns ist sehr daran gelegen, die Gestaltungsvorstellungen des Förderkreises einfließen zu lassen. Herr Tharan hat bereits Interesse signalisiert, für den Förderkreis gegenüber den Planern aufzutreten und die eigenen Ansichten vorzutragen. Nur so kann es funktionieren, und so wollen wir es halten", meint Köhler.

Den Förderkreis einzubinden, ist nur recht und billig. Zum einen lässt die Stadt dessen Gelände mit beplanen, zum anderen wird erwartet, dass der Förderkreis die sich aus den Planungen ergebenden Projekte auf seinem Gelände dann auch ausführt. Im veranschlagten Finanzvolumen jedenfalls ist nur Geld für die eigenen Flächen enthalten. Insgesamt 635 000 Euro weist der städtische Haushalt aus. Rund 81 000 Euro sollen in diesem Jahr in die Planung fließen. 2011 soll die Fläche neu angelegt werden.

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