Der Unterhaltungsverband Nuthe/Rossel hat am Mittwoch die jährliche Frühjahrsgrabenschau in zwei Schaubereichen der Nuthe durchgeführt. Zwischen Walternienburg und Steckby überprüfte die Schaukommission, ob überall der schadlose Abfluss der Gewässer II. Ordnung gegeben ist.

Kämeritz/Bias. Ein lautstarkes Froschkonzert empfing die Teilnehmer der ersten Grabenschau, die am Mittwochmorgen am Kämeritzer Dorfteich startete. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte die Geschäftsführerin des Unterhaltungsverbandes Nuthe/Rossel, Birgit Bernstein, die Anwesenden. Neben dem Biosphärenreservat Mittelelbe, dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordung und Forsten Anhalt sowie der Wasserbehörde des Kreises Anhalt-Bitterfeld waren der Angelverein Zerbst, die Ortsbürgermeister von Hohenlepte und Walternienburg sowie örtliche Landwirtschaftsbetriebe vertreten.

Im Gespräch über vorhandene Probleme legten sie die Besichtigungsroute durch den Schaubezirk fest. Nach und nach wurden die einzelnen Schwerpunkte abgefahren, um sich die jeweiligen Stellen genau anzusehen und notwendige Maßnahmen festzulegen. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass der Nuthe/Rossel-Verband wirklich nur den schadlosen Abfluss an den Wasserläufen II. Ordnung abzusichern hat.

"An Drainageflächen können wir nichts machen", erklärte Birgit Bernstein, dass das nicht in ihren Aufgabenbereich fällt. Der Unterhaltungsverband ist auch nicht verantwortlich für die Instandsetzung oder Erneuerung beschädigter Durchlässe wie dem am Teich I-Graben bei Badetz, bei dem anscheinend Steine abgebrochen sind. "Wenn der Durchlass kaputt ist, muss der Baulastträger ihn reparieren oder einen Ersatzneubau beantragen", erläuterte die Geschäftsführerin vor Ort. In dem Fall wäre das wohl die Stadt Zerbst als Rechtsnachfolger der eingemeindeten Gemeinde Hohenlepte.

Geklärt werden muss ebenfalls, wer für das "Ablassbauwerk" am Badetzer Teich zuständig ist. Das Gewässer ist im vorigen Jahr als Ausgleichsmaßnahme für die Errichtung eines Funkturms in Badetz entschlammt worden. Allerdings staute die marode Anlage das Wasser nicht mehr an. Provisorisch setzte der Nuthe/Rossel-Verband deshalb Bohlen ein. "Irgendwann muss da was passieren", bemerkte Birgit Bernstein.

Zeitnah muss auch etwas am Kuhstall gleich hinter Walternienburg geschehen. Nicht nur der Acker ist vernässt, auch die Keller der Häuser am Ortsrand stehen unter Wasser. Auf der gegenüberliegenden Seite der Asphaltstraße (zur Nuthe hin) indes sind die Flächen völlig trocken. Wie der volle Graben bestätigt, fließt das Wasser augenscheinlich nicht dorthin ab. Der Grund wurde im verjährten Ausbau der Kreisstraße vermutet. Margit Rühe von der Wasserbehörde schlug deshalb vor, gemeinsam mit dem Landkreis als Straßenbaulastträger eine Lösung zu finden.

Auch in der Walternienburger Friedensstraße kämpfen die Anwohner vermehrt mit Wasser, das sie aus ihren Häusern pumpen. Jedoch gibt es in diesem Abschnitt in Richtung Nutha-Siedlung keinen Graben, der dafür verantwortlich sein könnte.

Anders schaute es auf einem Feld parallel zur Verbindungsstraße zwischen Walternienburg und Güterglück aus, auf dem sich ein flacher See gebildet hat. "Da kann die Verrohrung kaputt sein", bestätigte Birgit Bernstein. Offensichtlich hat der dort verlaufende verrohrte Graben die Wasserlache verursacht. Zu den Dingen, die sich der Unterhaltungsverband im Protokoll notierte, gehörte ebenfalls das Nachräumen eines Durchlasses am Birkengraben.

Aber auch an die Landwirtschaftsbetriebe ergingen Hinweise. So hatte eine defekte Drainage an einem Graben die Böschung weggespült. "Die Drainage ist zu verlängern und die Böschung wieder herzustellen", konstatierte Birgit Bernstein.

Nicht zuletzt wurde der hohe Wasserstand der Hauptnuthe angesprochen, in dessen Folge die anliegenden Äcker vernässen. Zuständig ist hier jedoch der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, nicht der Nuthe/Rossel-Verband. Der führte am frühen Nachmittag ausgehend von Bias die zweite Grabenschau durch.

Gleich in Bias wurde festgestellt, dass die Böschung der Funder in einigen Abschnitten instandzusetzen ist. Das Gewässer fließt nach Leps weiter, wo es an einer breiteren Stelle zur Löschwasserentnahme dient, die entschlammt werden muss.Unterdessen konnte in Steckby nicht sofort entdeckt werden, was die Ursache dafür ist, dass sich im Durchlass am Rohrgraben gegenüber der Baumschule immer wieder Material verfängt und ihn verstopft. Möglicherweise hat sich das Bauwerk im Inneren versetzt, wurde überlegt. Um Klarheit zu schaffen, soll das nun überprüft werden.

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