Jetzt im Juni besteht das Albert-Schweitzer-Familienwerk (ASF) Sachsen-Anhalt genau 20 Jahre. Das Jubiläum wird im Rahmen mehrerer Veranstaltungen gefeiert. Den Auftakt machte am Sonnabend das traditionelle Kinderfest.

Steutz. "Juchhu, eine Hüpfburg!", rief eine Junge fröhlich aus. Die Kinder- und Jugend-begegnungsstätte des ASF in Steutz glich vorgestern einem idyllischen Spielparadies. Da glitten die Mädchen und Jungen lachend die Riesenrutsche hinab, bevor sie den aufgeblasenen Kletterturm erklommen. Popcorn, Zuckerwatte und alkoholfreie Mix-Getränke verwandelten das Waldstück zugleich in ein traumhaftes Schlemmerland. Das Kinderfest erfüllte Wünsche des Nachwuchses, wie die vielen glücklichen Gesichter bewiesen.

Gut 300 Teilnehmer ließen sich die traditionelle Veranstaltung nicht entgehen. Zumal es zwei gute Gründe zum Feiern gab, wie Ingeborg Bräutigam fand. "Erstens, dass ihr alle da seid", begrüßte die Vorstandsvorsitzende des ASF die Anwesenden. "Zweitens wird das Albert-Schweitzer-Familienwerk 20 Jahre alt." Anlässlich dieses Jubiläums waren in den Kinderdorffamilien und Kinderheimen hübsche Wimpelketten angefertigt worden, die nun schmückend zwischen den Bäumen hingen und später prämiert wurden. Gleichzeitig wurden für alle, die in den Einrichtungen des ASF tätig sind oder dort ein neues Zuhause gefunden haben, einheitliche T-Shirts angeschafft. So wuselten unzählige grüne Punkte über das Gelände.

Die Kinder und Erwachsenen kamen aus ganz Sachsen-Anhalt. Sie waren aus Magdeburg, Kropstädt, Sangerhausen, Merseburg, Stolberg, Lüttgenziatz, Walternienburg, Strinum, Niederlepte, Zerbst und Roßlau angereist. Auch das brandenburgische Leibchel war vertreten. Hier in Steutz wollten sie einige gesellige Stunden zusammen verbringen, sich austauschen und vor allem reichlich Spaß miteinander haben. Langeweile sollte bei dem bunten Angebot nicht aufkommen.

"Ich bin kaputt. Es ist anstrengend, aber lustig", erklärte Tobias aus Merseburg fröhlich. Soeben hatte der 14-Jährige mit seinem jüngeren Bruder im Ring gestanden. Die Beiden waren in gut gepolsterte Känguruh-Kostüme geschlüpft, hatten sich mächtige Boxhandschuhe übergestreift und dann versucht, sich gegenseitig von der Matte zu schubsen.

Derweil stellte sich Sabrina aus Zerbst einer völlig anderen Herausforderung. Eine Rauschbrille aufgesetzt, bemühte sie sich, um die aufgestellten Kegel herumzulaufen. Bei simulierten 0,8 Promille im Blut war das gar nicht so einfach. "Es war ein komisches Gefühl", beschrieb es die 14-Jährige. Bei den Beamten des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld erlebten die Kinder und Jugendlichen aber nicht nur, welche körperlichen Beeinträchtigungen Alkoholgenuss mit sich bringt. Sie durften auch einmal im Polizeiauto Probesitzen.

Das Löschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Zerbst durften die Mädchen und Jungen ebenfalls genau unter die Lupe nehmen. Daneben luden sie die Kameraden zum Zielspritzen ein. Das war jedoch längst nicht alles, was dem Nachwuchs geboten wurde. Verschiedene kurzweilige Spiele sowie Clown Timmy und seine Paolina sorgten genauso für Unterhaltung wie der Stargast des Nachmittags. Das Familienwerk hatte weder Kosten noch Mühen gescheut, einen der erfolgreichsten Musiker des deutschsprachigen Raums einfliegen zu lassen – DJ Ötzi. Gut, es handelte es sich nicht um den echten Anton aus Tirol. Dem Original stand das Double dem begeisterten Publikum nach jedoch in nichts nach.

Und es blieb nicht die einzige Überraschung. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD), gleichzeitig Vorstandsmitglied des ASF, spendierte für alle Eis. Außerdem gab es vom Familienwerk für jedes Kind als Geschenk eine Umhängetasche. Ein Präsent hatte auch die Steutzer Ortsbürgermeisterin Regina Frens mitgebracht. Sie überreichte Ingeborg Bräutigam einen finanziellen Zuschuss für das Kinderfest, zu dessen Gelingen viele Personen beigetragen hatten. Ihnen allen dankte Ingeborg Bräutigam für ihren Einsatz. Zu denen, die die Vorstandsvorsitzende dabei hervorhub, zählte die Berufliche Aus- und Vorbereitungswerk gGmbH Dessau, mit der das Familienwerk auch bei dieser Veranstaltung kooperierte.

Die eigentliche Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des ASF findet übrigens am Mittwoch um 16 Uhr in der Zerbster Stadthalle statt. Erwartet wird dazu der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und Schirmherr des Familienwerkes, Dr. Wolfgang Böhmer (CDU).

   

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