Magdeburg. Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik in Magdeburg ist Geschichte. Die 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik ist am Mittwoch nach vier Tagen zu Ende gegangen. Knapp 400 Tagungsteilnehmer aus ganz Deutschland haben sich an der Diskussion der 120 Beiträge beteiligt.
Das Thema der Tagung, die "Professionalisierung der Hochschuldidaktik" steht im Kontext des Qualitätspakts Lehre. Hintergrund: Zwei Milliarden Förder-Euro sollen bis 2020 dazu beitragen, dass die Qualität der Lehre und die Studienbedingungen an 186 deutschen Hochschulen verbessert werden.

Der Hauptredner Professor Ranald Macdonald aus dem englischen Sheffield machte deutlich, dass Innovationen umzusetzen für Hochschulleitungen auch heiße, ein hohes Risiko einzugehen und wenig kontrollieren zu können. Kreativität brauche Freiraum. Professionalisierung der Hochschuldidaktik bedeute in diesem Zusammenhang, auch unter solchen Bedingungen wirksame Projekte in Lehre und Studium umzusetzen. Am Beispiel, wie neuartige studentische Projekte gefördert werden, zeige sich, warum dafür professionelle hochschuldidaktische Betreuung gebraucht wird. Grund: Studentische Projekte können zu Konflikten mit den Lehrenden und der Hochschule führen.

Im Rahmen des Hamburger Universitätskollegs werden solche innovativen studentischen Projekte gefördert. In der ersten Förderrunde ist ein Projekt von Master-Studierenden vertreten, die eine europaweite Konferenz "PEP: Challenges in Interdiciplinary Science" organisieren. Die Konferenz hat das Ziel, Antworten auf die Herausforderungen des interdisziplinären Arbeitens in Politik, Wirtschaftswissenschaften und Philosophie zu finden, die derzeit noch nicht überzeugend im Studiengang verankert sind. Tagungsleiterin war Marianne Merkt, Professorin für Hochschuldidaktik und Leiterin des Zentrums für Hochschuldidaktik und angewandte Hochschulforschung an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie sagte: "Der entscheidende Punkt dabei ist, dass sich die Professorinnen und Professoren einen Spiegel vorhalten lassen müssen, warum sie diese Aspekte nicht in den Curricula berücksichtigt haben. Das birgt ein sehr hohes Konfliktpotenzial." Professionelle Hochschuldidaktiker seien dafür da, die Aushandlungsprozesse zu begleiten und so zu vermitteln, dass sich beide Gruppen auf Gespräche einlassen und daraus nützliche Entwicklungen entstehen können.

Dafür brauche es ein berufliches Selbstverständnis, eine fundierte Ausbildung und den entsprechenden institutionellen Rückhalt. Wie diese Bedingungen sicher zu stellen sind, wurde auf der Tagung intensiv diskutiert.

Themen während der Tagung waren unter anderem "Organisations- und Verbundstrukturen", "Behindertengerechte Lehre als Herausforderung für die Hochschuldidaktik", "Studienabbruch – Umfang, Gründe, Maßnahmen" oder "Entwicklung von Lehrkompetenz". Eine Podiumsdiskussion setzte sich mit dem Thema "Wunschkonzert einer Grenzgängerwissenschaft?!: Anforderungen an eine professionalisierte Hochschuldidaktik zur Förderung der Hochschulentwicklung" auseinander. Den Teilnehmern wurde ein Abendprogramm in der Festung Mark geboten - und die Organisatoren gaben sich in einer Presseerklärung zum Abschluss der Veranstaltung davon überzeugt, dass sich Stadt und Hochschule im besten Licht präsentiert hätten.