Magdeburg l Das Spielhaus am nordwestlichen Rand des Elbauenparks ist ein einzigartiges Projekt und viel mehr als es sein Name auf den ersten Blick verrät. Hier spielen Kinder nicht nur, hier werden sie auch pädagogisch nach der Grundidee der Mitbestimmung betreut.

Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt - ebenfalls einzigartig - die Hochschule Magdeburg-Stendal. Nach Idee und unter Regie des Fachbereichs Sozial- und Gesundheitswesen unter Leitung der Wissenschaftlerin Ramona Stirtzel haben hier mittlerweile Generationen von Kindern nach Herzenslust toben können.

Das Spielhaus ist dabei eines der Projekte, die die Bundesgartenschau 1999 überlebten. Damals war das Spielhaus als neues Konzept nach Kinderwünschen geplant und gebaut und von der Hochschule mit Leben erfüllt worden. Doch im Oktober gab es die ersten Anzeichen dafür, dass die rund 14-jährige Partnerschaft zwischen Hochschule und Elbauenpark endet. "Wir können die Betreuung des Spielhauses nicht mehr in der notwendigen Qualität absichern", hatte damals Ramona Stirtzel von der Hochschule die Entscheidung erklärt.

Hauptursache seien die Veränderungen des Studiums. Weil die Studiengänge auf Bachelor umgestellt wurden, habe sich der Studienstoff für die Studenten verdichtet. Für die Projektarbeit im Spielhaus bleibe einfach nicht mehr genügend Zeit, um sie in der bisherigen Qualität weiterführen zu können. "Deshalb setzen wir jetzt lieber einen Schlusspunkt, als mit Abstrichen das Konzept der Partizipation im Spielhaus weiter zu verfolgen", sagte sie im Oktober.

Bis Dezember lief der Spielbetrieb im Gebäude noch weiter. Jetzt befindet sich das Haus in der jährlichen geplanten Winterruhe, aus der es nicht mehr aufzuwachen droht.

Mittlerweile gibt es aber Hoffnung, dass dieses Projekt doch weiter geführt werden könnte. Immerhin besuchen das Haus jährlich rund 15.000 Kinder. Die Hochschule Magdeburg-Stendal erklärte jetzt etwas umständlich, aber mit einer positiven Grundtendenz: Die Hochschule Magdeburg-Stendal arbeitet derzeit intensiv an der Neuplanung und Restrukturierung des Projektes und ist mit potenziellen Projektpartnern im Gespräch.

Das offene und partizipative Angebot soll erhalten bleiben. Es ist beabsichtigt, den Betrieb im Sommersemester wieder aufzunehmen. Hochschulsprecher Norbert Doktor weiter: "Mehr können wir derzeit nicht sagen." Weitere Details wollte er mit Rücksicht auf die Erarbeitung eines Konzeptes für den Fortbetrieb nicht nennen.

Der Elbauenpark selbst wollte sich zur Zukunft des Hauses nicht näher äußern. Neu-Geschäftsführer Steffen Schüller sagte der Volksstimme, dass man grundsätzlich Interesse an der Fortführung einer Zusammenarbeit habe. Alles weitere müsse aber noch besprochen werden.