Magdeburg. Es ist einer der wichtigsten Termine im Kalender der Schule für Mode und Design. Am Rande der Berliner Fashion Week zeigen die kreativen Mode-Köpfe Magdeburgs in einer eigenen Show, woran sie in den vergangenen Monaten gearbeitet haben.

Gezeigt werden in erster Linie Auftragsarbeiten wie ihre Rosenkleider - eine Kollektion, die im vergangenen Jahr zum 100-jährigen Bestehen des Rosengartens Forst entstanden ist. Insgesamt neun sogenannter Bilder werden von der Modeschule in einer 30-minütigen Show präsentiert. Für einen reibungslosen Ablauf trainierten am Wochenende gut 50 Models und Tänzer aus Erfurt, Halle und Magdeburg in den Räumlichkeiten der Schule mit Sitz in der Brandenburger Straße.

Neben der Präsentation des bisher Entworfenen gehe es jedoch vor allem darum, die Aufmerksamkeit fernab der Mietschuldendiskussion des vergangenen Jahres auf die Schule zu lenken, erklärte Barbara Liebecke. Seit 1990 führt sie gemeinsam mit ihrem Mann Lutz die Schule, die im Jahr 2010 von Halle nach Magdeburg zog. "Wir haben gelernt, dass wir die Öffentlichkeit zu uns ins Boot holen müssen, um uns bekannter zu machen und zu etablieren", erklärt sie. Schließlich finanziere sich die Schule neben den rund monatlich 200 Euro Schulgeld der vier Modeschüler in erster Line über Aufträge.

Im vergangenen Jahr habe das schon ganz gut funktioniert. So fertigten die Schüler anlässlich der Kunststoffmesse in Düsseldorf für die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes eine Kollektion aus Materialien diverser im Land ansässiger Firmen. Da wurden Kartoffelnetze zu Strumpfhosen, Halberstädter Schläuche zu Schmuck und Folie aus Wolfen zu Kleidern. Auch für die Städtischen Werke Magdeburg haben die Schüler jüngst eine Kollektion entworfen. Nicht zu vergessen eine Salzkleider-Kollektion für das Kaliwerk Zielitz. Nun gilt es, neue Aufträge an Land oder besser in die Schule zu holen. Die Fashion Week sei hierfür eine hoffnungsvolle Gelegenheit. Denn, wie Barbara Liebecke gehört hat, habe der chinesische Botschafter sein Kommen angekündigt. "Toll wäre, wenn ihm unsere Arbeit so gut gefällt, dass vielleicht eine Zusammenarbeit mit Magdeburgs Partnerstadt Harbin zustandekommt", hofft sie ganz leise. Zudem seien viele Firmenbosse eingeladen worden, die möglicherweise Aufträge für eines ihrer bevorstehenden Events zu vergeben haben.

Bisher sei über die Show am Rande der Fashion Week jedoch noch nie ein Auftrag ins Haus geflattert. Trotzdem sei man optimistisch und freue sich auf die Show. Alles soll perfekt sein. Aus diesem Grund saß Modeschülerin Tessa Zander am Wochenende stundenlang und fädelte winzige Perlen auf, die sie anschließend auf ein blaues Kleid mit Libellen-Applikationen nähte. Die 16-Jährige gehört zur sogenannten Gestaltungsgruppe der Schule; das sind Mädels, die in ihrer Freizeit die Modeschule besuchen. Neben Tessa gehören Leonie Maziossek, Kira Lerner und Mai Ngyuen zu den Hobby-Schneiderinnen. Auch sie dürfen ihre textilen Kreationen auf dem Laufsteg präsentieren.

Der Fokus wird jedoch auf den vier Auszubildenden der Modeschule liegen. Zu ihnen gehören Tamara Bovolenta, Melissa Schöler und Liza Heimburg - allesamt im zweiten Lehrjahr. Einen besonderen Höhepunkt bildet die Arbeit von Sophia Kniestedt. Die Schülerin im dritten Ausbildungsjahr präsentiert ihre Abschlusskollektion.

Was Sophia mit ihrem Schulabschluss einmal machen könnte, zeigen zudem zwei Absolventen der Modeschule. Werrasak Karnchuang, der seinerzeit zwar in Halle studierte, seine Prüfung jedoch in Magdeburg ablegte, ist inzwischen Inhaber eines eigenen Ladens in Leipzig. Und Janette Schlenzig verkauft ihre Kollektionen ebenfalls im eigenen Geschäft in Jena. Welche Kreationen ihrer Nadel, entstammen zeigen sie wie weitere Jung-Designer der Stadt am 19. Januar, 16.30 Uhr in der Landesvertretung, Luisenstraße 18, in Berlin-Mitte. Neben der Schule für Mode und Design stellen Julia Wundrack, Carolin Schmidt, Stefanie Juling und Margit Tietz ihre Kollektionen vor.

   

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