Die Polizei will künftig bei sogenannten Risikospielen des 1. FC Magdeburg stärker mit Veranstaltern im Umfeld des Stadions zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt steht der An- und Abmarsch von Gästefans.

Herrenkrug l Zuletzt hatte das Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Lok Leipzig am 23. November für Schlagzeilen außerhalb des Sports gesorgt. Weil der Abmarsch gewaltbereiter Lok-Fans und das Ende einer Familienveranstaltung im Alten Theater räumlich und zeitlich zusammenfielen, hatte die Polizei Theaterleitung und Besucher gebeten, im Saal zu bleiben, bis die Fans vorbeigezogen sind. Ein Zusammentreffen konnte so verhindert werden, Kritik am Vorgehen der Polizei aber nicht. Theaterbetreiber Paul-Gerhard Stieger hatte damals über die Volksstimme seinem Unmut Luft gemacht: "Erklären Sie mal 300 Kindern, ohne dass sie Angst kriegen, dass sie jetzt nicht nach Hause dürfen, weil da draußen Fußballfans vorbeiziehen".

Den Vorfall nutzte die Polizei, um das Vorgehen aufzuklären. Beschwerdeführer Stieger wurde zu einem Verständigungsgespräch bei der Polizei eingeladen. Ergebnis: Beide Seiten tauschten ihre Erfahrungen aus und nutzen sie für die Zukunft. Polizeisprecher Andreas von Koß: "Wir haben deutlich gemacht, dass wir damals nicht anders handeln konnten. In der Kürze der Zeit war keine andere Lösung möglich. Wir wollen uns künftig besser abstimmen."

Auch die Theaterbetreiber sehen die Lage nach dem Gespräch verbessert. Stefan Pauli vom Alten Theater wertet das Ergebnis so: "Es war ein sehr konstruktives Gespräch."

Die Polizei will deshalb insbesondere auf das Alte Theater zugehen. "Wir arbeiten in der Frage mit dem Elbauenpark schon sehr eng zusammen. Das haben wir jetzt auch mit dem Alten Theater vereinbart", sagte von Koß.

Künftig will die Polizei das Alte Theater schon langfristig darüber informieren, welche Spiele des 1. FC Magdeburg aus polizeilicher Sicht als Risikospiele eingestuft werden. Bei diesen Begegnungen werden die Gästefans in der Regel zwischen dem Haltepunkt Herrenkrug und dem Stadion von der Polizei begleitet. Andreas von Koß: "Diese Route können wir aus polizeitaktischer Sicht nicht beliebig ändern. Die Bundesstraße 1 kann nicht längere Zeit gesperrt werden. Außerdem ist ein Zusammentreffen mit den Fans des 1. FC Magdeburg zu verhindern." Somit bleiben nur zwei Wege übrig: Die Route über die Herrenkrugstraße und Tessenowstraße und vorbei am Alten Theater oder über die Breitscheidstraße und östlich um den Elbauenpark herum.

Welche Route genutzt werde, entscheide je nach Gefährdungslage der Einsatzführer, so von Koß. In der Zusammenarbeit mit dem Theater soll versucht werden, die An- und Abmarschzeiten von Theater- und Fußballfans aufeinander abzustimmen, so dass beides ohne große Behinderungen vonstatten gehen kann.

Die Feuerprobe wird aber noch ein wenig auf sich warten lassen. Ein Risiko-Spiel steht in den nächsten Wochen nicht an.