Nashville ist seit 2003 die Partnerstadt von Magdeburg.
Die Stadt ist die Hauptstadt des Bundesstaates Tennessee

Hier wohnen rund 630 000 Einwohner, mit dem Umland sind es 1,6 Millionen Menschen.
Die Kältewelle in den USA ist auch in Nashville zu spüren, allerdings nicht ganz so stark wie im mittleren Westen der USA.

Nashville unterliegt dem subtropischen Klima mit kalten Wintern mit Schnee und heißen Sommern. Die durchschnittlichen Temperaturen im Januar liegen hier zwischen minus 3 Grad und plus 7 Grad. Die aktuellen Werte von minus 17 Grad sind daher schon ungewöhnlich.

Die kälteste Temperatur, die hier je gemessen wurde, lag bei minus 27 Grad Celsius am 21. Januar 1985, die höchste 42 bei Grad am 18. Juli 1952.

Magdeburg/Nashville l Die USA bibbern unter einer der größten Kältewellen ihrer Geschichte. Betroffen ist vor allem der mittlere Westen der USA. Aber auch in südlicheren Teilen ist die Kälte spürbar. So zittert sich derzeit auch Magdeburgs Partnerstadt Nashville durch den Winter. Hier sanken die Temperaturen in den vergangenen Tagen immerhin auf bis zu minus 17 Grad Celsius.

Die Volksstimme bat deshalb Doug Berry um einen Erlebnisbericht. Doug Berry ist Mitbegründer der Städtepartnerschaft zwischen Magdeburg und Nashville, die seit 2003 besteht. Die Magdeburger wählten ihn für sein Engagement um die deutsch-amerikanische Verständigung und die Partnerschaft zwischen Magdeburg und Nashville 2003 auf den dritten Platz bei der Wahl zum Magdeburger des Jahres. Nachfolgend sein Bericht aus Nashville:

Liebe Magdeburger,

liebe Grüße aus Nashville. Hier haben wir gerade minus 14 Grad Celsius. Die tiefste Temperatur lag am Dienstagmorgen bei minus 17 Grad. Es soll aber wieder wärmer werden, und wir erwarten für die nächsten Tage 6 Grad plus. Am Wochenende soll es sogar noch milder werden mit bis zu 15 Grad. Verrücktes Wetter!

Die Kälte allein ist für uns nicht das größte Problem. Verschärft wird alles durch den Wind, der sich fast in die Haut schneidet.
Die Straßen bei uns hier in Nashville sind frei. Wir sind froh, dass der Regen am vergangenen Sonnabend kam – bevor die Kältewelle hereinbrach.

Jetzt ziehen wir uns hier dick und warm an und ziehen noch eine Schicht Kleidung mehr als sonst an. Ich habe extra meinen alten Mantel wieder hervorgeholt. Er ist dicker und wärmer als mein neuer Mantel. Sie können ihn auf dem Foto sehen.

Wir versuchen außerdem alles, damit unsere Versorgungsleitungen nicht einfrieren. So lassen wir extra Türen zu Versorgungsräumen offen stehen, damit die Wärme, soweit möglich, die Leitungen vor dem extremen Frost schützt. Ich war außerdem auf meinem Landhaus und war mir sicher, dass dort die Leitungen und Wasserhähne eingefroren sind. Es handelt sich um ein sehr altes Haus. Aber ich hatte Glück, alles war noch in Ordnung.
Die Kälte hier trifft vor allem die Obdachlosen und die Menschen, bei denen der Strom ausgefallen ist. Die Kirchen und die Wohlfahrtsorganisationen, die normalerweise nur einmal in der Woche Obdachlosen Schutz und Hilfe anbieten können, haben diesen Dienst jetzt auf jede Nacht erweitert, solange die Kälteperiode noch anhält.
Polizei und Stadtverwaltung kontrollieren in diesen Tagen die Straßen, damit hier niemand der Kälte ungeschützt ausgesetzt ist.

Bei mir persönlich hoffen wir, dass es meinem Sohn gut geht. Er ist auf dem Weg in seinen Studienort Ann Arbor in Michigan, 800 Kilometer nördlich von Nashville. Dort liegen die höchsten Temperaturen derzeit bei minus 17 Grad Celsius und gehen bis auf minus 23 Grad runter. Er hat sich extra mit Schlafsack, Decken, Wasser und Proviant für die Fahrt nach Michigan ausgestattet.

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass wir hier in Nashville solch kaltes Wetter haben. Aber es ist das erste Mal in den letzten Jahrzehnten. Im Januar 1985 war es hier sogar mal noch kälter als jetzt. Damals wurden bis zu minus 27 Grad Celsius gemessen.

Viele Grüße aus Nashville. Ich hoffe, dass Sie es in Magdeburg angenehmer haben als wir hier.

Ihr Doug Berry