Magdeburg l Seit Anfang der Woche wird am Messma-Projekt wieder umfänglich gebaut. Die Handwerker rücken nun in den zweiten Bauabschnitt vor. "Aufgrund der Erfahrungen aus dem ersten Bauabschnitt ist der zweite besser durchleuchtet und vorbereitet worden", sagt René Bentzen, Chef der Messma Projektgesellschaft der Volksstimme auf Nachfrage. Denn schon jetzt steht fest, dass der Bau doppelt so teuer wie geplant wird. War man ursprünglich noch von Baukosten in Höhe von 16 Millionen Euro ausgegangen, liegen diese mittlerweile bei mehr als 30 Millionen Euro.

"Es ist immer viel einfacher, einen Neubau zu planen und zu erstellen, als eine Sanierung von Altgebäuden vorzunehmen", so Bentzen. Der Messma-Chef ist seit Anfang des vergangenen Jahres Geschäftsführer der Projektgesellschaft. Bentzen war geholt worden, weil bereits vor mehr als einem Jahr klar war, dass Kosten- und Zeitplan auf der Buckauer Großbaustelle aus dem Ruder laufen werden. Zuvor hatten die Investoren, zwei Magdeburger Unternehmer, die Gesellschaft noch selbst geführt.

Schon kurz nach seinem Arbeitsantritt hatte Bentzen im Gespräch mit der Volksstimme auf erhebliche Probleme bei der Statik hingewiesen. "So ein Bau, ein Unikat, steckt voller Überraschungen. Hinter jeder Wand, an die Sie klopfen, lauert etwas anderes", sagte er damals.

So haben sich bei dem Industriebau die Kosten für die statische Ertüchtigung nun mehr als verdoppelt. Auch im Bereich eines aufwendigeren Schall- und Brandschutzes musste mehr investiert werden. "Die verlängerte Bauzeit hat auch zu Kostensteigerungen geführt", so Bentzen. Obwohl der Bau gegen Flutschäden versichert ist, ergeben sich durch Planungsänderungen und Zeitverzug auch in diesem Bereich noch einmal Mehrkosten von einer Million Euro. "Die Gründung für einige Balkonreihen im ersten Bauabschnitt gestaltet sich ebenfalls äußerst schwierig", erklärt Bentzen.

Die Bauleute waren im Erdreich überraschend auf ein fünf Meter starkes Betonfundament gestoßen, das nun kostspielig von einem Spezialtiefbauer entfernt werden muss. Die erheblichen Mehrkosten sollen dabei von den Investoren getragen werden. Für die bereits abgeschlossenen Kaufverträge ändere sich nichts. Laut Immobilienmakler Olaf Kuhn sind derzeit noch acht Eigentumswohnungen frei.

Diskussionen gab es im Verlauf des Baus auch über die Einstufung als Hochhaus. Die Altgebäude lagen mit 23,36 und 23,46 Metern nur knapp über der Hochhausverordnung (23 Meter). Bauwerke, die darunter fallen, müssen beispielsweise härtere Brandschutzauflagen und Sicherheitsstandards erfüllen. So muss unter anderem das problemlose "Anleitern" der Feuerwehr am obersten Stockwerk gewährleistet sein. "Vielleicht hätten wir mit der Feuerwehr eine Ausnahmeregelung treffen können", sagt Bentzen. Allerdings wurde im Verlauf der Planung das Gebäude um eine zusätzliche Penthouseebene erweitert. So wurde die Mindesthöhe, um als Hochhaus zu gelten, überschritten. "So müssen wir einen deutlich höheren Sicherheitsstandard erfüllen, als das bei normalen Wohngebäuden der Fall ist", so Bentzen weiter.

Neben den 160 Wohnungen sind in dem Messma-Wohnpark auch acht Einfamilienhäuser geplant. Laut Projektgesellschaft soll noch in diesem Jahr alles fertig und alle Wohnungen an die Mieter und Eigentümer übergeben werden.

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